Bundesheer

Erschossener Wachsoldat: Unteroffizier wieder im Dienst

Das Ermittlungsverfahren gegen den Unteroffizier wurde eingestellt.
Das Ermittlungsverfahren gegen den Unteroffizier wurde eingestellt.(c) APA/Florian Wieser
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Die Staatsanwaltschaft sieht das Notwehrszenario bestätigt.

Jener Unteroffizier, der am 6. Jänner einen Wachsoldaten in der Flugfeldkaserne Wiener Neustadt erschossen hat, ist wieder im Dienst. Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt hat das Ermittlungsverfahren nun endgültig eingestellt.

Wie sie am Donnerstag bekannt gegeben hat, sieht sie das vom 54-Jährigen vorgebrachte Notwehrszenario bestätigt. Die anfänglichen Zweifel daran, die in den Medien kursiert sind, sind damit ausgeräumt. Die Einstellung fußt im Wesentlichen auf den Erkenntnissen aus einem Schießgutachten des Bundeskriminalamts sowie auf Aussagen des diensthabenden Offiziers.

Notwehrszenario bestätigt

Der 54-jährige Unteroffizier war zum damaligen Zeitpunkt der Vorgesetzte des 20-jährigen Wachsoldaten, der laut Obduktionsergebnis einem Brustdurchschuss erlag.

Der Unteroffizier soll versucht haben, den 20-Jährigen nach einem Streit zu beruhigen. Der Grundwehrdiener dürfte aber mit dem Lauf eines Sturmgewehrs auf ihn eingeschlagen und die Waffe auf ihn gerichtet haben. Der 54-Jährige sagte aus, dass er verletzt auf dem Boden liegend einen Schuss in Notwehr auf den über ihn gebeugten Rekruten abgegeben habe. „Genau dieses Szenario deckt sich mit dem Schießgutachten und auch mit dem Obduktionsergebnis. Es hat gezeigt, dass von unten nach oben geschossen wurde“, so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt, Silke Pernsteiner, zur „Presse“.

Offene Fragen nach Ursache

Der Unteroffizier ist nach längerem Krankenstand inzwischen wieder zurück im Dienst, wie Bundesheer-Sprecher Michael Bauer gegenüber der „Presse“ bestätigt hat. Denn: „Er hat nichts falsch gemacht.“ Bauer verweist auf die Aussage eines Zeugen, der betont hat, der Unteroffizier habe „uns allen das Leben gerettet“. Bauer: „Die nun veröffentlichten Ergebnisse der Staatsanwaltschaft decken sich mit unseren Einschätzungen, die wir von Beginn an hatten.“ Der 54-Jährige ist in der Flugfeldkaserne für die Administration von Geräten und Waffen zuständig.

Einem ebenfalls angeordneten toxikologischen Gutachten zufolge hat der Verstorbene in den Wochen vor dem Dreikönigstag Cannabis, Ecstasy und Antidepressiva konsumiert. Am Morgen des 6. Jänner dürfte er dadurch aber nicht beeinträchtigt gewesen sein. Die Konzentration der Substanzen im Blut war gemäß des Obduktionsergebnisses dafür zu gering. Die Frage, wie es zu dem Streit zwischen den beiden Soldaten gekommen und warum er dermaßen eskaliert ist, bleibt damit offen.

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