Russland greift ukrainische Städte mit Raketen an, Kiew bereitet Offensive vor.
Kiew. Die Ukraine bereitet sich auf die Gegenoffensive vor: Am Wochenende wurde bei einem Drohnenangriff auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim ein Treibstofflager zerstört, am Montag ist ein Ölprodukte transportierender Güterzug im westrussischen Gebiet Brjansk nahe der Grenze zur Ukraine nach einer Schienensprengung entgleist. Nach Angaben einer Sprecherin des ukrainischen Militärkommandos ziele die Unterwanderung von Russlands Logistik darauf ab, den Boden für den Gegenangriff vorzubereiten.
Die Reaktion Moskaus ließ nicht lang auf sich warten: Bei Raketenangriffen in den Regionen Cherson und Dnipropetrowsk wurde gestern eine Person getötet, 37 wurden verletzt. Wie die ukrainischen Behörden mitteilten, wurden 15 von 18 Marschflugkörpern von der Luftabwehr abgeschossen.
Gespräch mit Nato-General
Unterdessen hat sich der ukrainische Armeechef, Walerij Saluschnyj, mit dem Oberbefehlshaber der Nato-Streitkräfte in Europa, Christopher Cavoli, beraten. Er habe den US-General ausführlich über die Lage entlang der Fronten in der Ukraine informiert, teilte Saluschnyj am Sonntag auf Telegram mit. „Ich habe mögliche Szenarien, Bedrohungen und Voraussetzungen für unsere zukünftigen Aktionen beschrieben.“
Nach Einschätzungen des britischen Verteidigungsministeriums unternimmt Russland besondere Anstrengungen, um die Krim zu befestigen. Zudem seien Schützengräben auf international anerkanntem russischen Territorium ausgehoben worden, darunter in den Gebieten Belgorod und Kursk, die an die Ukraine grenzen, hieß es am Montag. „Die Abwehranlagen unterstreichen die tiefe Besorgnis, dass die Ukraine einen großen Durchbruch erzielen könnte.“
(ag.)