Pazifikregion

Peking erbost: Plant die Nato, ein Büro in Japan zu eröffnen?

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Das Verteidigungsbündnis könnte laut einem Zeitungsbericht in Tokio ihr erstes Büro in Asien eröffnen. Peking fühlt sich bedroht und warnt vor Einmischung.

Im Konflikt um Einfluss in der Pazifikregion zeigt China sich verärgert über die mögliche Eröffnung eines Nato-Verbindungsbüros in Japan. Nach einem japanischen Zeitungsbericht vom Mittwoch über derartige Pläne warf das chinesische Außenministerium dem Nordatlantikbündnis am Donnerstag eine Einmischung in regionale Angelegenheiten und eine versuchte Zerstörung von Frieden und Stabilität in der Region vor.

Die japanische Zeitung "Nikkei Asia" hatte berichtet, die Nato wolle im kommenden Jahr in der japanischen Hauptstadt Tokio ihr erstes Verbindungsbüro in Asien eröffnen. Damit sollten auch Gespräche mit weiteren Partnern wie Südkorea, Australien und Neuseeland erleichtert werden. Hintergrund seien die geopolitischen Spannungen zwischen Nato-Mitgliedern einerseits sowie China und Russland andererseits. Die Zeitung berief sich auf ungenannte Vertreter Japans und der Nato.

China spricht von „Ost-Expansion“ der Nato

Die Nato erklärte dazu lediglich, das Bündnis pflege gute Beziehungen zu Japan, unterhalte weltweit mehrere Verbindungsbüros und äußere sich im Übrigen nicht zu einzelnen Überlegungen seiner Mitgliedsstaaten. Größtes Nato-Mitglied sind die USA, in einer zunehmenden Rivalität mit der Volksrepublik China stehen und wie diese an den Pazifik grenzen. Die USA unterhalten dort enge Beziehungen zu ihren westlich gelegenen Partnern wie Japan oder Taiwan, das von China als abtrünnige Provinz angesehen wird.

Das chinesische Außenministerium sprach hingegen von einer "kontinuierlichen Ost-Expansion" der Nato. Mit ähnlichen Worten kritisiert Chinas Partner Russland seit Jahren die Aufnahme neuer Nato-Mitglieder in Europa, darunter die früheren von Moskau dominierten Sowjetrepubliken Estland, Lettland und Litauen. Unter dem Eindruck des russischen Angriffs auf die Ukraine gab in diesem Jahr Russlands Nachbar Finnland seine Neutralität auf und trat dem Nordatlantikbündnis ebenfalls bei.

(APA/Reuters)

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