Zimmerpflanzen

Monstera, Küchenkräuter, Kaktus: Der kleine Garten im Haus

Es grünt in vielen Wohnungen: Worauf man bei Auswahl und Pflege achten sollte, damit einem die floralen Mitbewohner lang Gesellschaft leisten.

Den Trend der letzten Jahre, urbanen Lebensraum grüner und gesünder zu gestalten, ist auch in den Wohnungen – und Pflanzengeschäften – spürbar. Zwar waren Zimmerpflanzen nie wirklich out, doch haben sie im Zuge der Lockdowns für viele eine weitaus größere Bedeutung erhalten. Der grüne Dschungel in den eigenen vier Wänden ist wichtiger, das Angebot vielfältiger geworden.

In Innenräumen haben sich jene Pflanzen über viele Jahrzehnte etabliert, die vor allem zwei Eigenschaften mitbringen: eine Anpassung an das durchaus fordernde Klima von Wohnräumen – ganzjährig warm, sehr niedrige Luftfeuchte in den Wintermonaten, wenig Licht, üppiges Erscheinungsbild – und eine Robustheit hinsichtlich der Pflege.

Lichte Rahmenbedingung

„Auch in Wohnungen ist Licht die entscheidende Rahmenbedingung für das erfolgreiche Gedeihen von Pflanzen“, weiß Landschaftsarchitekt Christian Lindle. In klassischen Grundrissen ist daher die Position der Pflanze in Relation zu den Fenstern wichtig. „In manchen Fällen erlauben die Rahmenbedingungen grundsätzlich kein Entfalten eines Wachstumspotenzials“, erklärt der Experte. Jedenfalls nicht für große Pflanzen, und vor allem nicht für alle Arten. Bei großen Glasflächen wiederum ist darauf zu achten, dass die Pflanzen nicht zu viel direkte Sonne abbekommen. Im Gegensatz zu draußen kühlen weder Wetter noch Wind.

Smarte Luftverbesserer

Ganz klassisch: Topfpflanzen
Ganz klassisch: TopfpflanzenWe are Plants

Als besonders anfängerfreundlich gelten Efeututen, Glücksfedern, Bogenhanf oder auch die Trendpflanze Monstera deliciosa. Diese Pflanzen stellen keine überaus hohen Ansprüche, was ihren Standort betrifft, und verzeihen den einen oder anderen Fehler bei der Pflege. Vor allem den Gummibaum empfiehlt Interior-Designerin Miriam Pregesbauer, da er besonders gut die Luft filtert, unter anderem auch von Formaldehyd. Und auch Monstera, eine Pflanze, die besonders pflegeleicht und in verschiedensten Größen und Farbvariationen erhältlich ist. „Entspannend, anregend, optimistisch“, spricht sie dem seit den 1950er-Jahren beliebten Fensterblatt fast schon menschliche Eigenschaften zu.

GESUNDES INTERIEUR

Sind die richtigen Lichtverhältnisse gegeben, passe jede Pflanze für jedes Zimmer, sagen Idris Michael Jirku und Theo Kaminski, Gründer-Duo von „We are Plants“. Im Schlafzimmer entscheiden sich einige für Pflanzen, die auch nachts Sauerstoff produzieren, wie zum Beispiel die Aloe vera oder eine Ananaspflanze. Was es mit der auf sich hat? „Es gibt den Mythos, dass die Ananaspflanze gegen Schnarchen helfen soll“, erklärt Kaminski. Der nachts produzierte Sauerstoff von Zimmerpflanzen ist jedoch so gut wie gar nicht messbar, weil er so gering ist. Kaminski: „Dennoch kann der Gedanke dabei helfen, besser zu schlafen.“Pflanzen im Zimmer verbessern Luftqualität und Optik: Eine grüne Umgebung hilft zu entspannen. Studien zur japanischen Praxis des Waldbadens zeigen, wie ein Aufenthalt im Wald positiven Einfluss auf die Stimmung haben kann, während das Stressniveau reduziert und daher das Immunsystem gestärkt wird. Daher kann Waldbaden in Japan sogar vom Arzt verordnet werden. Grundsätzlich hilft aber vor allem auch das Gärtnern selbst gegen Stress: Die ruhige Tätigkeit, der sorgsame Umgang mit Lebendigem, die Freude am Gelingen und auf eine mögliche Ernte erden im wahrsten Sinne des Wortes.

im Trend: groß wachsende Pflanzen
im Trend: groß wachsende PflanzenLindle

Schlussendlich komme es darauf an, mit welchen Pflanzen man sich wohlfühle und welche dabei unterstützten, zur Ruhe zu kommen. „Großblättrige sowie geradlinige Pflanzen eignen sich dafür in der Regel besser als Pflanzen mit einem wilden Blattwerk“, meint das Expertenduo. Gleiches gelte natürlich für das Design der Gefäße.

Orchidee im Kastenfenster

Retro: Blumenampel
Retro: BlumenampelWe are Plants

Mit etwas tiefer gehendem Wissen lässt sich die Artauswahl durchaus stark erweitern und an die eigenen Ansprüche und die der Wohnräume anpassen. So bieten zum Beispiel nordseitige alte Kastenfenster zwischen den Flügeln ideale Bedingungen für Orchideen. „Teilweise bessere als in klassischen Warmglashäusern.“ Wer gern seinen grünen Daumen unter Beweis stellen will: Auch Chilipflanzen lieben die helle, warme, zugluftarme Stelle zwischen drinnen und draußen und lassen sich hier wie kleine Paprika aus den Samen der Früchte selbst ziehen.

Neben dem Retro-Chic von geknüpften Blumenampeln und Übertöpfen aus Ton, Hanf, Bast oder anderen Naturmaterialien in Korb- und Kübelform sind auch ganz neue technische Möglichkeiten angesagt: Moosbeete etwa, die ganze Wände ergrünen lassen. Das ist allerdings eher für Profis zu empfehlen – beziehungsweise kann die Pflege an Experten ausgelagert werden.

Die häufigste Ursache für das Unwohlsein der Pflanze ist übrigens das Übergießen. Dadurch kann es zur Wurzelfäule kommen. „Aber auch die Erde muss passen“, verrät Pregesbauer ein wichtiges Detail. Supermarktschnäppchen etwa sind ihrer Meinung nach weniger für einen langen Erhalt gedacht. „Es wird in Supermärkten davon ausgegangen, dass die Pflanzen schnell verkauft werden. Die Erde ist oft nicht besonders nährstoffreich, sondern enthält häufig viel CO2.“ Schnelles Umtopfen und/oder düngen sei eine Möglichkeit, die Chancen auf eine langes Pflanzenleben zu erhöhen.

>>Mehr „Presse"-Artikel: „Das Geheimnis kühler Räume"

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