Technische Fächer

Studie: Für Hälfte der Schüler MINT-Ausbildung keine Option

Eine Studie unter 1500 Schülerinnen und Schülern zeigt auf, dass sich rund die Hälfte eine Ausbildung in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik nicht vorstellen kann. Bei Mädchen wird der „confidence gap“ im Alter immer größer.

Rund die Hälfte der Schülerinnen und Schüler kann sich eine Ausbildung im Bereich MINT (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) kaum oder gar nicht vorstellen. Das zeigt eine Studie der Fachhochschule Oberösterreich, für die eine Befragung von 1500 Schülerinnen und Schüler zwischen 14 und 18 Jahren sowie zusätzlich Gruppeninterviews mit 30 Befragten ausgewertet wurden. Die am häufigsten genannten Gründe sind Desinteresse und Respekt vor technischen Fächern.

Eine Ausbildung in diesem Bereich kann sich gerade einmal ein Viertel (bei den 14- und 15-Jährigen) bzw. ein Drittel (bei den 16- und 17-Jährigen) der Befragten (sehr) gut vorstellen. Für jeden Vierten bzw. Fünften ist das zumindest teilweise denkbar. In dieser Gruppe der Unentschlossenen liegt der Studie zufolge auch noch das größte Potenzial, damit mehr Schülerinnen und Schüler sich zu Fachkräften im MINT-Bereich ausbilden lassen.

Die größte Motivation für jene, die sich einen MINT-Job nicht oder nur teilweise vorstellen können, wäre die Aussicht auf einen sicheren, gut bezahlten Posten mit flexiblen Arbeitsmöglichkeiten. Auch ein inklusiveres Image - kritische Masse wären laut Studie 20 Prozent Frauenanteil - und die Verbindung von MINT mit Themen wie Kreativität und gesellschaftlicher Relevanz würden MINT aus Schülersicht ansprechender machen.

Sexistische Rollenmuster hemmt Mädchen

Besonders viel zu tun bleibt laut Studie noch bei der Motivation von Schülerinnen. Fast die Hälfte der Befragten gibt in der Studie nämlich an, schon (sehr) oft gehört zu haben, dass Frauen technische Fächer einfach nicht verstehen würden. Auch das Bild, dass Technikerinnen unweiblich seien oder Frauen lieber etwas anderes machen sollten, ist einem Drittel zufolge weit verbreitet.

Um mehr Mädchen zu gewinnen, brauche es "mutmachende Feedbacksysteme zu den Stärken der Mädchen". Damit sollte etwa durch
praxisnahe Workshops und Exkursionen möglichst früh begonnen werden,
denn der „confidence gap“, also das geringere Selbstbewusstsein von
Frauen, werde bei MINT-Fächern mit dem Alter größer. Authentische und greifbare Role Models wären ein Hebel, genauso wie eine breite Aufklärungskampagne zu Geschlechterstereotypen.

(APA)

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