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Pandas fressen Bambus vom Südhang lieber und künstliches Blatt liefert E-Fuels

Dieses Panda-Männchen aus Schönbrunn war Proband in der Studie, welche Sorte Bambus am liebsten gefressen wird.
Dieses Panda-Männchen aus Schönbrunn war Proband in der Studie, welche Sorte Bambus am liebsten gefressen wird.Daniel Zupanc
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Die Klimanews diese Woche außerdem mit „Graz ist Meister!“ und Blockchain-Spielen, die Plastik-Recycling fördern.

Spaß am Recycling: Plastikflaschen mit Blockchain-Technik

Rücklaufquote bei Plastikmüll wird spielerisch gesteigert.

Müll vermeiden und Bonuspunkte sammeln – das vereint ein Projekt der Uni Klagenfurt, dessen Ergebnisse im International Journal of Production Economics publiziert wurden. Der Bonus wurde in diesem spielerischen Ansatz in Form von Tokens mit Blockchain-Technologie angespart.

Das Team um Christian Wankmüller testete mit Konsumentinnen und Konsumenten, wie gut ein Ansporn zur Rückgabe von Plastikflaschen klappt, wenn jedes Produkt einen eigenen QR-Code hat, der von den Sammelmaschinen erkannt wird. Jede Form des Anreizes (Gewinnspiel, wohltätiger Zweck oder Darstellung des eigenen Recyclingerfolgs) erhöhte die Rücklaufquote der Plastikflaschen zur Wiederverwertung. (vers)

Künstliches Blatt produziert E-Fuels aus Sonnenlicht

Die Technik gibt Alkohole ab, die klimafreundlicher Treibstoff sind.

Es schaut aus wie ein Computerchip im Jausensackerl: Das künstliche Blatt kann Sonnenlicht in Energie verwandeln und wurde vom Team um Erwin Reisner im Christian-Doppler-Labor an der Uni Cambridge entwickelt.

Bisherige Prototypen des grünen Blatts in wasserdichter Hülle konnten aus Licht und CO2 ein spezielles Syngas herstellen, das als sauberer Kraftstoff gilt. Nun haben die Forschenden einen Katalysator in dieser Technik adaptiert und können mit dem künstlichen Blatt E-Fuels gewinnen. In Nature Energy präsentieren sie die Herstellung eines Gemischs aus Ethanol und n-Propanol – im Labormaßstab. Diese Alkohole sind energiereiche Brennstoffe, die gut transportiert und gelagert werden können. (APA/vers)

Schmatz! Pandas sind bei Bambus wählerisch

Der Tiergarten Schönbrunn bezieht das Futter für die Pandas aus dem Burgenland und aus Südfrankreich. Ein Team in China testete im Schutzzentrum Dujiangyan, welche Sorten Bambus die Tiere bevorzugen (Nature Scientific Reports). Unter den 14 Probanden war ein 2013 in Schönbrunn geborenes Männchen. Die Pandas fressen lieber frische Blätter und Stängel (kurze Transportwege) von sonniger Hanglage. Das Wissen hilft, die Futtersuche beim Großen Panda zu verstehen und bei Tieren in Haltung für artgerechte Ernährung zu sorgen.

Flott! Genom von Gepard genau entschlüsselt

Der Gepard ist mit 105 km/h Spitzengeschwindigkeit das schnellste Landtier. Ein Team um Sven Winter vom Wildtierinstitut der Vet-Med-Uni Wien hat nun Referenzgenome dieses gefährdeten Raubtiersim Journal of Heredity veröffentlicht. Solche Vergleichswerte sind für den Schutz bedrohter Arten notwendig und machen evolutionäre Anpassungen sowie den Inzuchtstatus der Tiere sichtbar. Das internationale Team setzte die DNA-Daten auf Chromosomenebene zusammen und lieferte auch Infos zu langen DNA-Molekülen. Der Gepard Acinonyx jubatus kommt (mit drei Unterarten) in ganz Afrika, auf der Arabischen Halbinsel und im Südwesten Asiens vor.

Klick! Graz Europameister bei Artendokumentation

Bei der „City Nature Challenge“ konnten vier Tage lang alle Leute bei der Dokumentation von Artenvielfalt mitmachen. Jetzt liegen die Auswertungen vor: Graz hat wie voriges Jahr den Platz eins in Europa erreicht. Über 33.300 Tier-, Pflanzen- oder Pilzfotos wurden im Umkreis von Graz in die Bestimmungsapp hochgeladen. Diese gehörten zu über 3700 Arten, das ist weltweit Platz fünf (es machten 482 Städte mit). Österreichweit wurden 80.000 Beobachtungen verzeichnet. Die 960 Interessierten dokumentierten damit 4800 Arten. Unter den Neuentdeckungen war diesmal die Raubwanze Zelus renardii (erstmals in Österreich dokumentiert).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.05.2023)

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