Sparbudget: Wien muss Wohnbau drosseln

Wien drosselt Wohnbau
Wien drosselt Wohnbau(c) Michaela Bruckberger
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Weil Geld knapp ist, muss die Stadt heuer den Bau von geförderten Wohnungen deutlich reduzieren. Eine deutliche Verteuerung der Mieten durch ein geringeres Angebot befürchtet Wohnbaustadtrat Ludwig nicht.

Wien. Die Stadt Wien muss sparen. Getroffen von diesem Sparkurs, der im heurigen Budget festgeschrieben worden ist, ist besonders das Wohnbauressort Michael Ludwigs. Am Donnerstag hat der Wohnbaustadtrat am Rande der Landtagssitzung nun Pläne präsentiert, wie und wo gespart wird.

„Die drei Säulen des Wohnbaus sind die Sanierung, der Neubau von Wohnungen und die Subjektförderung, also die Wohnbeihilfe“, erklärte Ludwig, der heuer nur noch 530 statt 600 Millionen Euro zur Verfügung hat: „Bei der Wohnbeihilfe und den Sanierungen können wir nicht sparen, wir haben deshalb beschlossen, den Neubau von Wohnungen zu reduzieren.“

Vor drei Jahren ist auf Initiative von Ludwig die Zahl der neu gebauten, geförderten Wohnungen von 5000 auf 6500 pro Jahr deutlich erhöht worden. Nun muss er den Wohnungsneubau aufgrund der Budgetkürzung drosseln: „Diese Kürzungen sind derzeit für dieses Jahr geplant. Ich werde darum kämpfen, dass die Kürzungen nur auf dieses Jahr beschränkt bleiben.“ Genaue Zahlen, um wie viele Wohnungen der Wiener Wohnungsneubau gedrosselt werden wird, will Ludwig nicht nennen: „Es wird aber sicher kein Horrorszenario werden.“ Im Rathaus wird derweilen ein Rückgang auf den ursprünglichen Wert vor der Erhöhung kolportiert. Damit würden heuer rund 4500 neue Wohnungen gebaut.

Eine deutliche Verteuerung der Mieten durch ein geringeres Angebot befürchtet Ludwig nicht: „60Prozent der Wiener wohnen im geförderten Wohnbau. Hier werden die Mieten sicher nicht anziehen.“ Für den privaten Sektor könne er das nicht garantieren, so Ludwig, der auf den Mietrechner der Stadt verweist. Unter www.mietenrechner.wien.at können Mieter kontrollieren, ob sie zu viel Miete bezahlen.

Die ersten „neuen“ Hausmeister

Parallel dazu ist bekannt geworden, dass die ersten acht „Hausmeister neu“ ihren Dienst in Gemeindebauten angetreten haben. Das sind Gemeindebaubewohner, die den Hausbesorgerjob übernehmen und zu gewissen Kernzeiten erreichbar sind. Dieses Modell soll weiter ausgebaut werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.01.2011)

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