Klimaschutzmaßnahme

Frankreich verbietet etliche Kurzstreckenflüge

Archivbild vom Fluhafen Orly im Süden der französischen Hauptstadt Paris.
Archivbild vom Fluhafen Orly im Süden der französischen Hauptstadt Paris.APA/AFP/ERIC PIERMONT
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Wenn es eine Zugverbindung gibt, die maximal zweieinhalb Stunden dauert, dürfen künftig keine Flugverbindungen zwischen diesen Städten angeboten werden. Eine Regelung, die manchen nicht weit genug geht.

An die zweieinhalb Stunden dauert es mit dem Zug von Paris nach Nantes, nach Bourdeaux oder Lyon. Grund genug für die französische Regierung, Flüge auf diesen Kurzstrecken zu verbieten.

Das per Dekret verkündete Verbot soll Frankreich dabei helfen, seine Klimaziele zu erreichen. Ursprünglich war es Teil eines Klima-Maßnahmenpakets aus dem Jahr 2021 - nach Aufforderung einiger Fluglinien, die die Maßnahme für nicht konform mit EU-Recht befanden, gab auch die EU-Kommission Ende 2022 ihre Zustimmung.

Lob und Kritik

„Wie kann man, während wir für Dekarbonisierung unseres Alltags kämpfen, die Nutzung von Flugzeugen zwischen Städten rechtfertigen, wo es regelmäßige, schnelle und effiziente Zugverbindungen gibt?“ twitterte dazu der französische Verkehrsminister Clement Beaune. Er sieht den Beschluss als „wichtiges Signal“.

Kritik gibt es an der zeitlichen Obergrenze der Zugreisen von zweieinhalb Stunden - die viel genutzte Zugstrecke Paris-Marseille, die etwa drei Stunden dauert, sie so nicht Teil der Regelung.

Ende des Vorjahres hatte in Frankreich auch die politische Diskussion rund um ein eventuelles Verbot von Privatjets für Aufsehen gesorgt."Wir können auf nationaler oder europäischer Ebene über Besteuerung oder Reglementierung nachdenken", sagte Minister Beaune im September. "Diejenigen, die besonders stark die Umwelt verschmutzen und die wohlhabend sind, müssen eben einen größeren Beitrag leisten", sagte er dem Sender France2.

In Österreich gibt es eine Vereinbarung mit den Austrian Airlines, Verbindungen von unter drei Stunden Fahrzeit auf die Bahn zu verlagern, wie etwa auf der Strecke Salzburg-Flughafen Wien. Mit dem Ausbau der Südstrecke und der Fertigstellung des Semmeringbasistunnels wird dann auch zwischen Graz und Flughafen Wien auf die Bahn umgestellt.

(Red.)

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