Die derzeit in der schulischen Tagesbetreuung tätigen Freizeitpädagogen und Erzieher sollen zu Assistenzpädagogen werden. Tausende Betroffene bangen um ihre Jobs.
Die Arbeitswoche begann für Ercan Sanlioglu mit einem Schock. Er habe sich nach dem Wochenende bereits auf die Betreuung der Schüler gefreut. Bis ihn ein Kollege auf die Nachricht vom Betriebsrat aufmerksam machte. Er solle sie besser gleich lesen. „Ich war sehr überrascht“, sagt der 52-Jährige. Ein Zustand, in den sich viele der österreichweit rund 2300 Freizeitpädagogen derzeit versetzt fühlen. Denn: Ein neuer Gesetzesentwurf sieht vor, die Berufsgruppe durch Assistenzpädagogen zu ersetzen. Ihre Tätigkeit soll im Betreuungs- und Lehrteil eingesetzt werden, anstatt wie zuvor einzig für die Gestaltung des Nachmittagsprogramms verantwortlich zu sein.
„Wir arbeiten zwar eng mit dem Lehrpersonal zusammen, aber es gibt eine klare Trennlinie: Sie sind für den Unterricht zuständig, wir für die Freizeit. So kann ich auf die Bedürfnisse von jedem Kind eingehen. Sie vertrauen uns ihre Sorgen an. Manche von ihnen nehmen uns sogar als erweiterte Familie wahr. Damit ist als Assistent Schluss“, sorgt sich der Wiener. Von den 360 Schülern der Volksschule Herderplatz in Simmering besuchen 270 die Nachmittagsbetreuung.