Arbeitsmarkt

Mehr Vertriebene, mehr Flüchtlinge: Arbeitslosigkeit in Österreich steigt wieder

APA
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Die Eintrübung der Konjunktur schlägt nun auch auf den Arbeitsmarkt durch. Die Zahl der offenen Jobs geht deutlich zurück.

Ende Mai waren rund 321.000 Menschen als arbeitslos oder in einer Schulung beim Arbeitsmarktservice (AMS) gemeldet. Das waren um 9000 mehr als im Mai 2022. 4400 der zusätzlichen Arbeitslosen sind Vertriebene aus der Ukraine, die seit Kurzem freien Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt haben. „Die schwache Wirtschaftsentwicklung, die hohe Inflation und ein verstärkter Zugang
von arbeitssuchenden Konventionsflüchtlingen oder subsidiär Schutzberechtigten erklären den restlichen
Anstieg“, analysiert AMS-Vorstand Johannes Kopf.

Betrachtet man Während die Zahl der inländischen Arbeitslosen noch um 1,9 Prozent gesunken ist, stieg die Zahl der ausländischen Arbeitslosen um 15,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Die Arbeitslosigkeit in Österreich ist im Mai den zweiten Monat in Folge wieder leicht angestiegen, nachdem es davor über zwei Jahre lang sinkende Arbeitslosenzahlen gab. Ende Mai gab es im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,9 Prozent mehr Personen ohne Job. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich leicht um 0,2 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent.

Für Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP) fällt der Anstieg der Arbeitslosigkeit „moderat“ aus. Im Frühjahr seien saisonale Schwankungen der Arbeitslosigkeit „nichts Ungewöhnliches“, so Kocher am Donnerstag in einer Aussendung. „Natürlich fallen positive Effekte am Arbeitsmarkt aufgrund der abgekühlten Konjunktur in diesem Jahr schwächer aus, als noch im Vorjahr, das von einer außerordentlich guten Konjunktur- und Arbeitsmarktentwicklung geprägt war.“

Trübe Konjunktur zeigt sich am Stellenmarkt

Seit 21. April haben Ukrainerinnen und Ukrainer einen völlig freien Arbeitsmarktzugang in Österreich und werden deswegen in der Arbeitslosenstatistik erfasst. Von den 9000 zusätzlichen Arbeitslosen und Schulungsteilnehmern Ende Mai sind laut AMS-Vorstand Johannes Kopf etwa 4400 Vertriebene aus der Ukraine. 5,9 Prozent. „Die schwache Wirtschaftsentwicklung, die hohe Inflation und ein verstärkter Zugang von arbeitssuchenden Konventionsflüchtlingen oder subsidiär Schutzberechtigten erklären den restlichen Anstieg“, so der AMS-Vorstand in einer Stellungnahme.

Die Konjunktureintrübung in Österreich macht sich auch am Stellenmarkt sichtbar. Beim Arbeitsmarktservice waren Ende Mai über 117.000 offene Stellen als sofort verfügbar gemeldet, ein Minus von rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Tourismus, Bau aber auch die Industrie suchen laut dem AMS-Chef „nicht mehr so viele Arbeitskräfte wie voriges Jahr“.

(APA)

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