Risikomanagement

Josef Zotter: „Die Pleite war auch emotional“

Marin Goleminov
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Einzelne Risiken zu akzeptieren, kann die Positionierung auf dem Markt stärken – und für den Wettbewerb empfehlenswert sein. Doch: Wie gefahrbringend darf Führung sein?

Eine mutige Führungskraft zeichnet sich dadurch aus, Risiken zu erkennen und Chancen zu ergreifen, die anderen verborgen bleiben. Zumindest, wenn man KSV-1870-CEO Ricardo-José Vybiral Glauben schenkt. Denn, so sagt er kürzlich bei einer Podiumsdiskussion: „Um ein Unternehmen zu gründen, braucht es diesen Mut. Doch der genügt nicht. Auf eine objektive Grundlage und kritisches Hinterfragen kommt es an.“ Schließlich seien 30 Prozent aller Firmenpleiten auf operative Ursachen zurückzuführen. Und: Jede fünfte passiert durch Gründungsfehler.

Die Erfahrung musste auch der Chocolatier Josef Zotter machen, als er 1996 Insolvenz anmeldete. Mit der Folge, drei von vier Filialen schließen zu müssen. „Wenn Unternehmer versuchen, innovativ zu sein, wissen sie vorher nie, was auf sie zukommt“, sagt er. Bei der Gründung wollte er nur „etwas Kleines machen, sodass die Familie gut davon leben kann“. Der schnelle Erfolg wurde ihm zum (kurzfristigen) Verhängnis. Er spricht rückblickend von zu vielen Filialen in zu kurzer Zeit. „Die Pleite war auch emotional. Mein Vater hat sich nicht mehr getraut, in die Kirche zu gehen. In so einer Phase hängt viel davon ab, die Kraft zu haben, das Unternehmen neu zu starten.“ Nur drei Jahre nach dem Konkurs beschloss der Steirer mit seiner Frau, rein auf Schokoladenherstellung zu setzen.


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