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Immer schon haben auch Frauen Musik geschaffen

Fanny Hensel, die Schwester von Felix Mendelssohn, durfte ihre Werke nicht veröffentlichen
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Leicht hatten es Komponistinnen nie. Es mangelte an Echo, dafür nicht an männlichen Stör-Dissonanzen. Heute hören ihnen immer mehr zu.

Allein die byzantinische Nonne Kassia (9. Jh.) und ihre vielseitige rheinische Nachfolgerin Hildegard von Bingen 300 Jahre später belegen: Immer schon haben auch Frauen Musik geschaffen. Und Hildegards liturgisches Drama „Ordo virtutum“ hat der Oper bereits einen Grundstein gelegt, als von der Florentiner Camerata noch keine Red' sein konnte. Diese Zeitenwende von der Renaissance zum Barock spiegelt sich etwa auch im Schaffen von Barbara Strozzi (1619–1677) wider, die mit Musik nicht nur für den sängerischen Eigengebrauch reüssiert hat. Und dass um 1715 in London eine mysteriöse „Mrs Philarmonica“ Triosonaten drucken ließ, zeigt, dass seinerzeit keineswegs nur ein Klatschblatt aus weiblicher Feder Stadtgespräch sein konnte, wie uns die Netflix-Serie „Bridgerton“ suggeriert.

Zugegeben, als zweckdienlich erwies sich oft die Zugehörigkeit zum Adel: Da blieben in der Regel neben Ehe- und Mutterpflichten noch Zeit, Energie und Geld fürs künstlerische Steckenpferd. Wilhelmine von Preußen etwa verdanken wir nicht nur das Barockjuwel des Markgräflichen Opernhauses Bayreuth, das sie geleitet hat, sondern auch Sujet und Musik zur Oper „Argenore“: eine Vorahnung von Wagners Gesamtkunstwerk! Amalie von Preußen sammelte Noten und eiferte Bach nach; Anna Amalia von Braunschweig-Wolfenbüttel war in Theorie wie Praxis bewandert . . .

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