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Gericht stoppt Ehe von BP und Rosneft

(c) EPA (STUART CONWAY / BP HANDOUT)
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Auf Antrag langjähriger russischer BP-Partner stoppt ein Londoner Gericht die geplante Kooperation von BP mit Russlands Branchenprimus. Die Briten hätten die Konkurrenzklausel für Projekte in Russland verletzt.

Moskau. Die Hoffnung des britischen Ölkonzerns BP auf Russland war groß. Nun müssen die Briten zumindest vorerst einen Rückschlag hinnehmen. Ein Londoner Gericht hat die milliardenschwere Überkreuzbeteiligung zwischen BP und Russlands größtem und staatlichem Ölkonzern Rosneft vorerst gestoppt. Eine Gruppe russischer Oligarchen aus dem BP-Gemeinschaftsunternehmen TNK-BP habe eine einstweilige Verfügung erwirkt, sagte ein Anwalt am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Über das Konsortium AAR kontrollieren die Oligarchen die Hälfte von TNK-BP, Russlands drittgrößtem Ölkonzern. Das Konsortium fühlt sich durch den kürzlich angekündigten und noch zu finalisierenden Deal zwischen BP und Rosneft übergangen. Die Briten hätten die Konkurrenzklausel für Projekte in Russland verletzt, heißt es. BP weist den Vorwurf zurück.

 

BP: Allianz wird nur verzögert

Zuvor hatte das Konsortium AAR, zu dem die Multimilliardäre Michail Fridman, Leonard Blawatnik und Wiktor Wekselberg gehören, dieser Tage die Auszahlung der Dividende aus dem vierten Quartal (1,8 Mrd. Dollar) gestoppt und das Gericht in London angerufen. Dudley suchte am Dienstag nach einer Beruhigung der Spannungen und stellte dem Konsortium eine finanzielle Beilegung des Streits oder strategische Hilfestellungen in Aussicht. AAR könne die Allianz nur verzögern, nicht jedoch verhindern, meinte er. Das Trio der Milliardäre ist ihm wohl (oder besser übel) bekannt: Sie setzten vor einigen Jahren durch, dass Dudley Russland fluchtartig verlassen musste, weil er angeblich die britischen Anteilseigner von TNK-BP bevorzugt hatte.

Die Allianz der Briten mit Rosneft, die selbst von Premier Putin abgesegnet wurde, dürften sie aber nicht verhindern können. Eher wollen sie BP zu anderen Zugeständnissen zwingen. Seit langem drängen die russischen Anteilseigner von TNK-BP ins Ausland.

Im Vorjahr übernahmen sie BP-Aktiva in Venezuela und Vietnam um 1,8 Mrd. Dollar. Nun könnten sie BP weitere Aktiva abnötigen und die Vorherrschaft bei TNK-BP anstreben

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.02.2011)