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Wikileaks: USA intervenierten bei YouTube-Foltervideos

Wikileaks intervenierten YouTubeFoltervideos
(c) REUTERS (POOL)

Videos von Polizeigewalt in Ägypten wurden 2008 gelöscht. Die US-Botschaft bat um Intervention bei YouTube-Eigentümer Google. Dabei wird auf einen ähnlichen Fall aus 2007 verwiesen, wo erfolgreich interveniert wurde.

Die US-Regierung versuchte 2008 zu verhindern, dass YouTube Videos löscht, die Folter durch ägyptische Polizisten zeigt. Ein ägyptischer Blogger hatte zwei Videos hochgeladen. In einem wurde ein Mann von Polizisten erschossen und in eine Mülldeponie geworfen. In einem anderen wird eine Frau in einer Polizeistation gefoldert. YouTube hatte die Videos aufgrund seiner Nutzungsbedingungen, die Darstellung von Gewalt ausschließen, gelöscht. In einer soeben von Wikileaks veröffentlichten Depesche aus der US-Botschaft in Kairo wird die US-Regierung gebeten, bei YouTube-Eigentümer Google zu intervenieren, um die Videos wieder zu zeigen.

Botschaft wollte Aktivisten unterstützen

In dem Text wird auf einen ähnlichen Fall im Dezember 2007 verwiesen, bei dem eine Intervention erfolgreich war. Die Botschaft in Kairo wolle "alles tun", um dem "einflussreichen Blogger und Menschenrechtsaktivisten" zu unterstützen, Missbrauch durch die Polizei publik zu machen. Weiters heißt es, ein Video des Aktivisten, in dem zwei Polizisten einen Busfahrer vergewaltigen, soll als Beweismittel für deren Verurteilung im November 2007 gedient haben. Die Depesche schließt mit der Bitte, einen Google-Mitarbeiter zu kontaktieren, um "die Angelegenheit zu lösen".

Der ägytpische Aktivist wird in der Depesche nicht namentlich genannt. Nach Angaben von Cnet soll es sich um Wael Abbas handeln. Der Ägypter wurde von der Staatssicherheit verfolgt und ist inzwischen zu sechs Monaten Haft verurteilt worden. Abbas, dessen YouTube-Kanal 44 Millionen Zuseher verzeichnen kann, wurde vom Internationalen Zentrum für Journalisten für seine Arbeit ausgezeichnet.

(db)