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Teuerung: Preisschübe bei Nahrung

(c) Bilderbox
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Der Nahrungsmittelpreisindex der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) hat einen neuen Höchststand erreicht. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Vor allem Weizen und Mais haben sich verteuert.

Rom/Wien/Ag. Im Jänner waren nahezu alle Nahrungsmittel (außer Fleisch) teurer als im Monat davor. Der Nahrungsmittelpreisindex der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) erhöhte sich im Vergleich zum Dezember um 3,4 Prozent auf 231 Punkte und kletterte damit auf den höchsten Stand seit dem Start des Index Anfang der Neunzigerjahre.

Eine Trendwende ist nicht in Sicht. „Die neuen Daten zeigen, dass der Aufwärtstrend bei Lebensmitteln nicht nachlässt“, sagt Abdolreza Abbassian, Ökonom und FAO-Experte für den Getreidemarkt. Die Preise würden wahrscheinlich auch in den kommenden Monaten hoch bleiben.

Vor allem Weizen und Mais haben sich im Jänner wegen des geringeren Angebots verteuert. Der Reispreis ging aufgrund der Ernte in den Hauptexportländern leicht zurück. Stark verteuert haben sich dagegen Ölsaaten (plus 5,6 Prozent), Milchprodukte (6,2 Prozent) und Zucker (5,4 Prozent). Einzig Fleisch war von den Verteuerungen nicht betroffen, weil die Fleischpreise aufgrund des deutschen Dioxinskandals nachgaben, stellten die UN-Experten fest.

Ursache für die Preisexplosion bei den meisten Nahrungsmitteln dürften allerdings nicht nur schlechte Ernten sein, sondern auch die jüngsten politischen Unruhen in Tunesien und Ägypten.

 

900 Millionen Menschen hungern

Während Investoren die Rohstoffe als lohnende Anlageziele entdeckt haben, leiden insbesondere die Bewohner von Entwicklungsländern unter den Preisschüben. Die FAO schätzt die Zahl der Hungernden und Unterernährten weltweit auf 900 Millionen.

Nach dem Preisschub bei Nahrungsmitteln im Jahr 2008 waren es 870 Millionen. Weltbank-Präsident Robert Zoellick forderte die Gruppe der größten Industrie- und Schwellenländer (G20) auf, das Thema Ernährung ganz oben auf die Agenda zu setzen.

„2008 hätte in dieser Hinsicht eigentlich als Weckruf dienen sollen“, sagte er. „Doch ich bin mir nicht sicher, ob ihn alle Staaten, deren Unterstützung wir benötigen, auch gehört haben.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.02.2011)