Vier Tote bei Protesten in Tunesien

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(c) EPA (Str)

Polizisten eröffneten in der Stadt Kef im Nordwesten des Landes das Feuer auf Demonstranten. Sie forderten die Entlassung des dortigen Polizeichefs.

Bei Protesten gegen die Polizei sind in der tunesischen Stadt Kef im Nordwesten des Landes mindestens vier Menschen getötet worden. Wie die Nachrichtenagentur TAP am Samstag berichtete, gingen mehrere hundert Menschen in Kef auf die Straße und forderten die Entlassung des dortigen Polizeichefs Khaled Ghazouani wegen Amtsmissbrauchs. Nach Angaben des Innenministeriums eröffneten die Polizisten das Feuer auf die Demonstranten und töteten zwei von ihnen sofort. Drei weitere wurden demnach schwer verletzt.

Polizeichef festgenommen

Angaben von Augenzeugen und Gewerkschaftsvertretern zufolge starben zwei der verwundeten Demonstranten später an ihren schweren Verletzungen. Gewerkschaftsangaben zufolge wurde Ghazouani nach den Vorfällen festgenommen, woraufhin sich die Lage am Samstagabend entspannte.

Augenzeugen sagten dem staatlichen Fernsehen, Auslöser der Unruhen sei eine Ohrfeige gewesen, die der Polizeichef einer Frau verpasst habe.

Staatschef ins Ausland geflohen

Tunesien war jüngst Schauplatz wochenlanger heftiger Demonstrationen gegen die Regierung, in Folge derer der langjährige Staatschef Zine El Abidine Ben Ali aus dem Land floh. Auf das erfolgreiche Aufbegehren der Tunesier folgten Massenproteste in Ägypten gegen den seit 30 Jahren herrschenden Präsidenten Hosni Mubarak, die bis heute anhalten.

(Ag.)