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"Kommt es hart, nehmen die USA den Inflationsweg"

Kommt hart nehmen Inflationsweg
(c) REUTERS (Kai Pfaffenbach)
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Mohamed El-Erian, Chef des weltgrößten Anleihe-Investors, kritisiert die US-Geldpolitik hart. Die Schulden würden durch Geldentwertung abgebaut.

Der Chef des weltgrößten Anleihe-Investors Pimco, Mohamed El-Erian, hat der US-Regierung eine Inflationspolitik mit weitreichenden Auswirkungen vorgeworfen. Um ihre hohe Schuldenlast zu reduzieren, nähmen die die USA eine höhere Inflation in Kauf, sagte El-Erian in einem am Samstag vorab verbreiteten Interview mit dem Magazin "Der Spiegel". "Wenn es hart auf hart kommt, werden die USA den Inflationsweg nehmen", sagte der Fondsmanager.

Die USA müssten sich auf ein dauerhaft schwaches Wachstum, hohe Arbeitslosigkeit und eine Neuausrichtung der Weltwirtschaft einrichten.

Warnung vor "dreistem Schneeballsystem"

Pimco kritisiert seit Monaten die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve und der amerikanischen Regierung, berichtet auch "Financial Times Deutschland". So habe der Gründer und zweite Chef des Unternehmens, Bill Gross, die Schuldenmacherei als kopflos bezeichnet. Die milliardenschweren Anleiheaufkäufe der Fed verglich er gar mit einem "dreisten Schneeballsystem".

"Schecks in Billionenhöhe auszustellen, ist keine Sache, die Anleihebesitzer glücklich machen sollte, sie wirkt stattdessen inflationär und, um die Wahrheit zu sagen, wie ein Schneeballsystem", sagte Gross.

"Das kann die Bevölkerung nicht durchhalten"

El-Erian plädierte abermals für einen Schuldenschnitt in Griechenland. "Die Schulden sollten unter 90 Prozent des Bruttoinlandsprodukts fallen." Nur wenn die Europäer die griechischen Schulden von derzeit 140 auf 90 Prozent reduzierten, könnten die Griechen ihrer Schuldenfalle entkommen. Skeptisch zeigte er sich mit Blick auf die Umsetzung des Sparpakets in Griechenland. Die drakonischen Maßnahmen drohten das Wirtschaftswachstum zu ersticken und die Arbeitslosigkeit zu erhöhen. "Das kann die Bevölkerung nicht durchhalten."

Pimco investiert derzeit nicht in griechische oder irische Staatsanleihen. Das Unternehmen warte auf mehr Finanzhilfen und größere Anstrengungen zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit, bekräftigte El-Erian am Freitag auf der Münchner Sicherheitskonferenz.

(Ag.)