Gary Moore
''Es war eine Ehre, mit ihm auf der Bühne zu stehen''
Gary Moore verbuchte mit Thin Lizzy und solo einige Hits. Er überzeugte vor allem durch sein versiertes, genreübergreifendes Spiel. Am Sonntag, dem 6. Februar, starb der Gitarrist mit 58 Jahren. Moore wurde im Zimmer eines Luxushotels im südspanischen Urlaubsort Estepona an der Costa del Sol aufgefunden. Klarheit über die Todesursache gibt es noch nicht, Morre soll aber eines natürlichen Todes gestorben sein.
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Das Opfer eines typischen Rock'n'Roll-Lebens mit viel Alkohol und Drogen sei Moore nicht geworden, glauben die Menschen aus seinem Umfeld. "Er war ein gesunder Kerl", sagte sein Kollege Eric Bell.
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Gary Moore wurde am 4. April 1952 in Belfast geboren. In jungen Jahren haben ihn Künstler wie Elvis Presley oder die Beatles beeinflusst. Seine erste Band Skid Row (nicht zu verwechseln mit der US-amerikanischen Formation gleichen Namens) erhielt 1970 einen Vertrag bei dem Label CBS. Bis kurz vor der Unterzeichnung war der spätere Thin Lizzy-Sänger Phil Lynott Teil der Gruppe. Drei Alben und mehrere Tourneen sollten folgen, bevor Moore die Band zugunsten einer Solokarriere auflöste. Doch diese sollte - vorerst - nur von kurzer Dauer sein.
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Der Gitarrist ersetzte ab 1974 Eric Bell bei Thin Lizzy, womit er wieder auf seinen Jugendfreund Lynott traf. Die Zusammenarbeit sollte von mehrere Unterbrechungen gekennzeichnet sein, aber Moore kam immer wieder zurück, bevor er nach der "Black Rose"-Tour im Jahr 1978 endgültig seine Solopfade verfolgte.
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1979 veröffentlichte er die Single "Parisienne Walkways", für die er Lynott als Gastsänger gewinnen konnte. In den 80ern folgten unter anderem das Album "Wild Frontier", auf dem er seine keltischen Wurzeln auslotete, sowie Ausflüge ins Metalgenre, bevor mit dem 1990er Album "Still Got The Blues" ein Meilenstein nachlegte.
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Moore arbeitete mit Blueslegenden wie Albert King, BB King oder Albert Collins zusammen, war kurzzeitig mit Ginger Baker und Jack Bruce als BBM unterwegs und veröffentlichte weiterhin Soloproduktionen. Zusammen mit Drummer Darrin Mooney (Primal Scream) und Bassist Cass (Skunk Anansie) gründete Moore 2002 die Gruppe Scars.
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Im August 2005 gab es ein erneutes Zusammentreffen von Moore mit seinen Kollegen von Thin Lizzy, als die Musiker in Dublin ein Konzert gaben, das später unter dem Titel "Gary Moore and Friends, One Night in Dublin, A Tribute to Phil Lynott" als DVD veröffentlicht wurde.
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Über seinen ehemaligen Partner Lynott, der 1986 an den Folgen von jahrelangem Alkohol- und Drogenmissbrauch gestorben ist, meinte Moore: "Ich kannte Phil seit meinem 16. Lebensjahr, wir haben viele Jahre miteinander verbracht. An meine Zeit mit Thin Lizzy erinnere ich mich weniger gerne als an Phil als Freund. Sein Tod war unnötig." Im Bild: Philomena Lynott, die Mutter von Phil Lynott, befühlt eine Statue des Sängers in Dublin
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Das letzte reguläre Soloalbum von Moore, "Bad for You Baby", erschien 2008. Die Erfolgschancen seiner Musikrichtung sah der Gitarrist trotz seiner zahlreichen Hits recht nüchtern: "Blues ist eine sehr starre Formel. Das Zwölftakt-Schema bringt dich nicht unbedingt in die Charts". Aber "den Blues wird es immer geben, so lange es Menschen gibt", so der Musiker anlässlich der Veröffentlichung der Platte "Old New Ballads Blues" 2006.
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Auf die Todesnachricht reagierten seine ehemaligen Mitstreiter geschockt: "Ich kann noch nicht glauben, dass er nicht mehr da ist", sagte Brian Downey. Moores Nachfolger als Thin-Lizzy-Gitarrist, Scott Gorham, meinte: "Es war eine Ehre, mit ihm auf der Bühne gestanden zu haben." Die irische Rockgruppe gastierte am Sonntag, dem Tag von Moores Tod, in der Wiener Arena.
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