Oslo: Asylwerber müssen Film über Homosexuelle sehen

Oslo: Asylwerber müssen Film über Homosexuelle sehen
Symbolbild Homosexualität(c) EPA (Caetano Barreira)

Ein Video soll Neuankömmlingen zeigen, dass Homosexualität in Norwegen "normal und akzeptierbar" sei. In dem Film soll unter anderem ein verheiratetes lesbisches Paar und ein schwuler Einwanderer gezeigt werden.

Asylwerbern in Norwegen sollen sich künftig einen Film über Homosexualität ansehen müssen. Der Film wurde laut der Nachrichtenagentur NTB von der Osloer Einwanderungsbehörde bereits in Auftrag gegeben. Das Video soll in 13 verschiedenen Sprachen den Neuankömmlingen zeigen, dass Homosexualität in Norwegen "normal und akzeptierbar" sei.

"Wer in Norwegen leben und Teil der Gesellschaft werden will, hat das zu akzeptieren", zitierte NTB eine Flüchtlings-Instruktorin. In dem Film soll unter anderem ein verheiratetes lesbisches Paar mit zwei kleinen Kindern zu sehen sein und die Geschichte eines schwulen Einwanderers gezeigt werden, der in seiner Heimat wegen seiner sexuellen Orientierung verfolgt wurde.

"Aufgezwungener ideologischer Zeigestock"

Kritik kommt aus konservativen christlichen Kreisen. Jan Harsem von der Lobbyisten-Organisation Cekem Skandinavia bezeichnete die Initiative in einem Interview mit dem christlichen Magazin "DagenMagazinet" als "aufgezwungenen ideologischen Zeigestock". Damit werde übergangen, dass das Thema Homosexualität auch heute noch in Norwegen kontroversiell ist.

In Dänemark hatte die rechtspopulistische Dänische Volkspartei unlängst vorgeschlagen, dass Personen, die um eine permanente Aufenthaltsbewilligung ansuchen, einen Film sehen müssen, in dem nackte Brüste vorkommen. Das sollte nach Vorstellung der einwanderungsfeindlichen und mitregierenden Partei als Beispiel für "dänische Freigeistigkeit" dienen. Der Vorschlag stieß bisher auf wenig Begeisterung bei anderen Parteien.