Das ist eines der großen Dokumente pianistischer Kunst. Und es relativiert ein wenig das Bild, das sich die Nachwelt von Wilhelm Backhaus macht.
Den bedeutenden deutschen Pianisten hat man als ruhig-besonnenen Interpreten des Vierten Beethoven-Klavierkonzerts in Erinnerung. Davon gibt es sogar späte Videodokumente, in Farbe unter Karl Böhm, schwarz-weiß unter Knappertsbusch. Allein, der Backhaus, der auf diesen Aufnahmen zu hören und zu sehen ist, hat mit dem Klaviervirtuosen wenig zu tun, der dieser Künstler am Beginn seiner Karriere war. 1928 hat Backhaus als erster Pianist sämtliche Chopin-Etüden für Schellack-Platten eingespielt. Bis heute gilt diese Aufnahme unter Pianisten als technisch maßgeblich. Tatsächlich hat später kaum jemand diese Stücke so klar und detailgenau gespielt. Und so fernab vom verharmlosenden „romantischen Ton“. Der CD-Umschnitt ist tadellos. Man hört das Alter der Aufnahme und ist doch fasziniert.
Online bestellen: klangwelt.diepresse.com
Backhaus „Chopin Etüden“ (Hänssler)