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Türkei: Haftbefehle gegen 162 ehemalige Militärs

Türkei: Haftbefehle gegen 162 ehemalige Militärs
Symbolbild tuerkische Soldaten(c) AP (Petros Karadjias)
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Die Ex-Chef von Luftwaffe und Marine sind wegen eines angeblichen Putschversuchs verhaftet worden. In dem Prozess gibt es insgesamt 196 Verdächtige.

Im Prozess um einen mutmaßlichen Putschversuch hat ein türkisches Gericht die Inhaftierung von 162 ehemaligen Armeeangehörigen angeordnet. 133 von ihnen, darunter der frühere Marinechef Özden Örnek und der Ex-Luftwaffenchef Ibrahim Firtina, seien bei der Verhandlung am Freitag anwesend gewesen, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Gegen weitere 29 Beschuldigte, unter ihnen der Hauptangeklagte und General außer Dienst, Cetin Dogan, erging in Abwesenheit Haftbefehl. Nach Angaben des türkischen Fernsehsenders NTV wurden Örnek und Firtina direkt aus dem Gerichtssaal in ein Gefängnis gebracht.

Der Prozess um den angeblichen Umsturzversuch namens "Vorschlaghammer" gegen insgesamt 196 Verdächtige hatte im Dezember begonnen. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, im Jahr 2003 Anschläge auf Moscheen geplant zu haben, um das Land ins Chaos zu stürzen und einen Staatsstreich gerechtfertigt erscheinen zu lassen. Sie wollten demnach die damals neue Regierung der religiös geprägten Partei AKP aus Angst vor einer Islamisierung des Landes stürzen.

''Ergenekon''-Prozess

Unter dem Namen "Ergenekon" sollen sich Exgeneräle, Polizisten, Journalisten und Geschäftsleute zusammengetan haben, um die gemäßigt-islamistische Regierung von Premier Erdogan zu stürzen. Laut Staatsanwaltschaft ist Ergenekon eine "terroristische Vereinigung". Der Name ist von einem legendären Tal in Zentralasien abgeleitet, das als Wiege des Türkentums gilt.

Seit dem Beginn der Ermittlungen im Februar des vergangenen Jahres wurden mehrfach Angeklagte festgenommen und wieder freigelassen.

Die türkische Armee versteht sich als Verteidigerin der laizistischen Grundordnung des Landes und stürzte in einem halben Jahrhundert bereits vier Regierungen. Gegner werfen der Regierung vor, mittels der Ermittlungen die Armee diskreditieren zu wollen. Den Angeklagten drohen 15 bis 20 Jahre Haft.

(Ag.)