Bundeszuschuss: 17.621 neue Kindergartenplätze

Bundeszuschuss 17621 neue Kindergartenplaetze
Bundeszuschuss 17621 neue Kindergartenplaetze(c) APA (Harald Schneider)
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Die Betreuungsplätze vor allem für die Jüngsten wurden stark ausgebaut. Staatssekretärin Verena Remler will Fortsetzung der Förderung ab dem kommendem Jahr.

Mit 45 Millionen Euro hat der Bund in den Jahren 2008 bis 2010 den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen gefördert. Bereits im ersten Jahr, also für das Kindergartenjahr 2009/2010, wurden dadurch 17.621 zusätzliche Plätze geschaffen. Das geht aus der Beantwortung einer parlamentarischen  Anfrage durch Wirtschafts- und Familienminister Reinhold Mitterlehner hervor.
Rund die Hälfte der zusätzlichen Plätze entstand in jenem Bereich, in dem Österreich den größten Nachholbedarf hat, nämlich bei den Allerjüngsten. Bei den Bis-zwei-Jährigen wurden 280 zusätzliche Halbtagsplätze geschaffen, 5347 für ganztägige Kinderbetreuung und 3256 sogenannte VIF-Plätze: Das sind Krabbelstuben, die besonders auf die Bedürfnisse berufstätiger Eltern abgestimmt sind. Sie bieten täglich mindestens 9,5 Stunden Betreuung an und sind im Jahr maximal fünf Wochen geschlossen.

Ganztags- statt Halbtagsplätze


Bei den Drei-bis-sechs-Jährigen gab es ebenfalls einen Ausbau – und auch eine qualitative Aufwertung der Betreuung. Da wurden nämlich zahlreiche Halbtags-Kindergärten in ganztägige Betreuungseinrichtungen umgewandelt. So ist die Zahl der Halbtagsplätze auch um 9201 gesunken. Gleichzeitig wurden die Ganztagsplätze um 6869 und die VIF-Plätze um 11.070 ausgeweitet. Besonders hervorgetan hat sich bei Letzterem die Bundeshauptstadt: Wien bietet fast ausschließlich Kindergärten an, die mit einem Vollzeitjob der Eltern vereinbar sind.

Die jährliche Förderung von 15 Millionen Euro – die Bundesländer müssen nochmals die gleiche Summe zuschießen, um das Geld beim Bund abholen zu können – ist heuer ausgelaufen, ab 30. Juni wird evaluiert. Einige Bundesländer wie etwa die Steiermark haben schon den Wunsch nach einer Fortsetzung angekündigt und erhalten dabei Unterstützung von Familienstaatssekretärin Verena Remler (ÖVP). Vor allem bei den Unter-drei-Jährigen gäbe es noch Nachholbedarf, sagt das Neo-Regierungsmitglied. In dieser Altersgruppe steht derzeit 18 Prozent der Kinder ein Betreuungsplatz zur Verfügung, die EU sieht in ihrem „Barcelona-Ziel“ aber eine Quote von 33 Prozent vor.
Bisher haben noch nicht alle Bundesländer die staatliche Förderung auch abgerechnet – sie haben Zeit dafür bis Ende Juni. Vor allem für Oberösterreich, Steiermark und Salzburg sind noch größere Beträge offen (siehe Grafik). „Die Steiermark lässt sicher kein Geld in Wien liegen“, sagt dazu ein Sprecher der steirischen Familienlandesrätin Elisabeth Grossmann. Zum Teil seien Rechnungen aus den Gemeinden noch nicht eingelangt.

Übrigens wurden nicht nur Kindergärten mit den staatlichen Zuschüssen ausgebaut – auch 251 Tagesmütter sind ausgebildet worden.

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