Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Iran: Gewalt zwischen Gegnern und Regime-Anhängern

(c) EPA
  • Drucken

Die Führung ruft zu Kundgebungen gegen die Opposition auf. Obama ermutigte Demonstranten im Iran und anderen Staaten der Region, dem Beispiel Ägyptens zu folgen: Das taten Oppositionelle in Jemen und Bahrain.

Teheran/Ag. Im Iran spitzt sich die Lage täglich zu: Am Mittwoch kam es erneut zu schweren Zusammenstößen zwischen Regierungsgegnern und Anhängern des radikal-islamischen Regimes. Laut Medienberichten ereigneten sich die Auseinandersetzungen am Rand des Begräbnisses eines Studenten, der bei einer Kundgebung am Montag von den Sicherheitskräften getötet worden war.

Saneeh Zhaleh, das Opfer, hat bereits Märtyrerstatus. Allerdings beanspruchen ihn sowohl Regimegegner als auch Unterstützer von Präsident Ahmadinejad für sich: So heißt es in den staatlich kontrollierten Medien, Zhaleh sei ein Mitglied der Revolutionsgarden gewesen. Die Opposition dementiert dies zwar nicht, betont aber, er sei ein aktiver Oppositionsanhänger gewesen und die Revolutionsgarden hätten Millionen Mitglieder in ganz Iran.

Fernsehbilder zeigten hunderte Menschen, die am Begräbnis teilnahmen. Die Regierung setzt nun auf Konfrontation: Das Regime rief für Freitag zu einer großen Kundgebung gegen die Opposition auf. Mehdi Karroubi, einer der Oppositionsführer, die am Dienstag vom Regime mit dem Tod bedroht wurden, gab sich furchtlos: „Ich bin bereit, jeden Preis zu zahlen.“

 

„Dem Beispiel Ägyptens folgen“

Inspiriert von den Protesten in Ägypten waren am Montag tausende Iraner auf die Straße gegangen. Bereits im Sommer 2009 hatte es Proteste gegeben, die brutal unterdrückt wurden. US-Präsident Barak Obama hat das Vorgehen der iranischen Sicherheitskräfte diesmal ungewöhnlich scharf kritisiert: „Sie schießen auf Menschen, verprügeln Menschen, sperren sie ein.“ Obama ermutigte Demonstranten im Iran und anderen Staaten der Region, dem Beispiel Ägyptens zu folgen. Das taten Oppositionelle in Jemen und Bahrain auch am Mittwoch wieder: In Sanaa gingen Sicherheitskräfte mit Schlagstöcken und Dolchen auf Demonstranten los, ein Demonstrant wurde getötet. In Bahrain gab es den dritten Tag in Folge Kundgebungen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.02.2011)