Um es einmal sehr allgemein auszudrücken: Ich bin vom Fortschritt einigermaßen enttäuscht. Sicher gibt es im Vergleich zu meiner Kindheit jede Menge technischen Schnickschnacks, den man damals nur aus dem Science Fiction-Umfeld kannte (ein iPhone zum Beispiel ist im Prinzip jenes Ding, das die Raumschiff-Enterprise-Besatzung immer dabei hatte, wenn die einen fremden Planeten per Beamung bereisten, es fehlt nur noch eine Laserwaffen-App, aber das wird schon noch kommen). Die Medizin kann deutlich mehr, wenn auch das Problem mit der Sterblichkeit immer noch einer Lösung harrt, und man weiß inzwischen auch etwas genauer, wie sehr wir vom Affen abstammen.
Aber in den wirklich wesentlichen Fragen − nämlich: Wo sind wir hier eigentlich und wozu? Was kommt hinter dem Universum und nach dem Tod? Gibt es Außerirdische und einen Gott, und warum nicht? − sind wir keinen Milimeter weiter als zu jener Zeit, als ich mir diese Fragen bange im dunklen Kinderzimmer an die Decke starrend gestellt habe. Bleibt mir nur, mich von weniger wichtigen Ergebnissen der Forschung von dieser existenziellen Ungewissheit ablenken zu lassen. So habe ich neulich gehört, dass sich die Menschen grob in zwei Gruppen einteilen ließen: in jene, die unter Stress flüchten bzw. angreifen (das hat denselben Ursprung), und jene, die sich totstellen, wenn es eng wird. Je nachdem, ob der Sympathikus oder der Parasympathikus das Nervensystem dominiert. Sich Menschen im näheren Umfeld auf diesen Aspekt hin anzuschauen, hat durchaus seinen Reiz (und lässt einen für den nächsten Konflikt gewappnet sein). Ich dürfte offenbar einen nervlichen Wackelkontakt haben: Flüchten und Totstellen halten sich ungefähr die Waage. Vielleicht sollte ich mich der Wissenschaft zur Verfügung stellen. Bevor überhaupt nichts weiter