Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Schnellauswahl

Neuübernahme: Der Tierpark erholt sich wieder

Steiermark. Die „Tierwelt Herberstein“ wurde nach finanziellen Schwierigkeiten 2007 vom Land übernommen. Der Zoo und das Schloss können nach dem Neustart wieder mit beachtlichen Besucherzuwächsen aufwarten.

Wien/Graz. Mit der Anzahl und Vielfalt der Tiere im Zoo Schönbrunn kann der steirische Tiergarten Herberstein nicht mithalten. Nicht zu Unrecht ist Schönbrunn vor wenigen Tagen in einer britischen Studie zum besten Zoo Europas gekürt worden. Doch was die Größe der Anlage betrifft, schlägt der steirische Tiergarten den Wiener „Konkurrenten“. Und beim Alter kommt er zumindest knapp an Schönbrunn heran. Denn schon Mitte des 17.Jahrhunderts wurde der Grundstein für den Tierpark Herberstein gelegt, dieser blieb aber lange privat, bis er in den 1960er-Jahren für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und zu einem der beliebtesten Tiergärten Österreichs wurde.

Nicht zuletzt dank der jungen Schlossherrin Andrea Herberstein. Ihr Engagement machte den Tiergarten und das Schloss zu einem Vorzeigebetrieb. Hilfreich waren auch die ausgezeichneten Kontakte in die hohe steirische Politik. Doch als Vorwürfe bekannt wurden, dass Förderungen missbräuchlich verwendet worden seien (siehe Bericht oben), geriet auch der Park in finanzielle Probleme. Die Herbersteins drohten, keine Privatmittel mehr hineinzustecken und den Park zu schließen. Das Land, damals schon unter Franz Voves (SP), gab nach und übernahm 2006 den Tierpark. Immerhin sei er eine „vorrangige steirische Tourismusattrakion“, sagten die Politiker.

Der Tierpark wurde auf 20 Jahre gepachtet, angrenzende Grundstücke wurden erworben und eine neue Betreibergesellschaft, die „Steirischer Landestiergarten GmbH“, gegründet. Rund 800.000 Euro jährlich kostet das Engagement das Land. Die Familie Herberstein, die bis dahin pro Jahr rund 400.000 Euro an Eigenmitteln zugezahlt hatte, bekommt neben der Pacht auch einen Anteil an den Eintrittserlösen für Park und die Schlossanlagen, die nach wie vor für Besucher begehbar sind.

 

Tiergarten wieder auf Aufwärtskurs

Geschäftsführerin wurde Anfang 2007 Doris Wolkner-Steinberger. In einem Gespräch mit der APA betonte sie damals, dass sie ihren eigenen Weg gehen wolle und von der Vorgeschichte Abstand halten wolle. Kontakt zu Andrea Herberstein habe sie nur indirekt: Die älteste Tochter Felicitas Herberstein führe weiter das Schloss und das Museum, und da seien Abstimmungen nötig.

Mittlerweile wurde die Anlage auf „Tierwelt Herberstein“ umbenannt – und es geht wieder aufwärts. Während 2006 die Besucherzahlen von einst über 200.000 auf 130.000 absackten, konnte Wolkner Anfang des Jahres einen deutlichen Besucherzuwachs vermelden: 2010 haben bereits 181.000 Gäste den Tierpark besucht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.02.2011)