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Der Fall der Society-Gräfin

Fall SocietyGraefin
(c) Dapd (Ronald Zak)
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Schillernde Karriere der steirischen Unternehmerin Andrea Herberstein.

Schon als Jugendliche soll Andrea Herberstein ihr Lebensmotto beschrieben haben: „Ich möchte ein Leben führen, das Spuren hinterlässt.“ Dies ist ihr tatsächlich gelungen: Sie heiratete einen steirischen Grafen, machte den Tierpark Herberstein über die Steiermark hinaus bekannt, hatte beste Kontakte in die Politik, war in Society-Kreisen gern gesehen – und wurde schließlich wegen Betrugs verurteilt. Seit Donnerstag auch rechtskräftig.

Herberstein wurde 1953 als Andrea Untersteiner in Salzburg geboren, als Tochter eines Polarforschers. Als sie 20war, warf der steirische Graf Otto Herberstein ein Auge auf die attraktive Jusstudentin – und es wurde geheiratet. Herberstein engagierte sich nach der Geburt ihrer drei Kinder für das renovierungsbedürftige Schloss und den kleinen Tierpark. Mit viel Elan und Hartnäckigkeit brachte sie die Anlage in Schwung.

Gute Kontakte zu Landeshauptfrau Waltraud Klasnic erleichterten den Zugang zu Förderungen. Für Klasnic war die Beziehung weniger positiv. Die Steirer verübelten der Landesmutter den Ausflug in die Glamour-Welt und wählten sie ab. Gleichzeitig war die „Gräfin“, wie sie sich gern nennen ließ, auch in der Society zu Hause. Auf Herberstein gingen Weltstars ein und aus. Und bald nach der Scheidung von Otto Mitte der Achtzigerjahre eroberte der amerikanische Starbariton Thomas Hampson ihr Herz und sie lebte fortan mit ihm zusammen – ein Glamour-Paar, mit dem man sich gern sehen ließ. 2009 wurde geheiratet, Lebensmittelpunkt wurden die USA. Bis gestern zumindest. g.b.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.02.2011)