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Schusswechsel in Hirtenberg: Getöteter Polizist beigesetzt

Symbolbild: Schusswechsel Hirtenberg
(c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)
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Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde der 26-Jährige in seiner Heimatgemeide beigesetzt. Das unfassbare Geschehen habe das "Wir-Gefühl" in den Reihen der Polizei verstärkt.

"Gute Menschen gleichen Sternen, sie leuchten noch lange nach dem Erlöschen", stand auf dem Erinnerungskärtchen. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung ist am Freitag der 26-jährige Andreas H. auf dem Ortsfriedhof seiner Heimatgemeinde St. Veit a.d. Gölsen (Bezirk Lilienfeld) beigesetzt worden. Der Polizeibeamte war vor einer Woche bei einem Schusswechsel mit einem wegen Selbstmordabsichten gesuchten Mann in Hirtenberg (Bezirk Baden) so schwer verletzt worden, dass er am Tag darauf starb.

Auch Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (V) und LHStv. Sepp Leitner (S) gaben ihm das letzte Geleit. Ein langer Zug von Trauergästen bildete sich bereits eine knappe Stunde vor Beginn des Trauergottesdienstes, nicht alle fanden in der Kirche Platz. Die Messe wurde per Lautsprecher ins Freie übertragen.

Landespolizeikommandant Arthur Reis verwies in seiner Ansprache darauf, dass Andreas H. äußerst beliebt bei seinen Kollegen und dienstlich äußerst engagiert war. Recht und Ordnung und der Umgang mit Menschen seien ihm ein Anliegen gewesen. Das unfassbare Geschehen habe das "Wir-Gefühl" in den Reihen der Polizei verstärkt und vor Augen geführt, mit welchen Gefahren der Beruf verbunden ist. "Wir werden die Lehren aus dem tragischen Ereignis ziehen und anderen helfen. Das sind wir Andreas schuldig", so Reis.

Am vergangenen Freitag war es in einem Waldstück in Hirtenberg zu einem Feuergefecht zwischen dem 34-jährigen Thomas P. und den Polizisten Andreas H. sowie Manfred W. (39) gekommen. Der Mann aus Enzesfeld hatte einen zu Monatsbeginn anstehenden Haftantritt ignoriert und seiner Frau gegenüber Selbstmordabsichten geäußert, weshalb sich mehrere Streifen auf die Suche nach ihm machten. Bei dem Schusswechsel wurde der 34-Jährige getötet, die beiden Beamten erlitten schwere Verletzungen - Andreas H. starb am frühen Samstagnachmittag.

Seinem Kollegen Manfred W. hat vermutlich ein - bei dem Feuergefecht von einem Projektil durchbohrtes - Funkgerät an der linken Brust das Leben gerettet. Er befindet sich im UKH Wien-Meidling inzwischen auf dem Weg der Besserung. Der 39-Jährige hatte einen Durchschuss im Brustbereich ohne Verletzung an Organen erlitten. Eine Hand wurde ebenfalls durchschossen.

(APA)