Schnellauswahl

Nabucco: EU drängt auf Kooperationen

(c) AP (Burt Herman)
  • Drucken

Energiekommissar Oettinger fürchtet die Konkurrenz und ein Scheitern des Projekts. Die EU regte nun Kooperationen an, um den Einfluss Europas in der Region zu stärken.

Wien/Red. Nicht nur das Acht-Milliarden-Euro-Projekt Nabucco rittert derzeit um Gas aus Shah Deniz II, dem größten Gasfeld Aserbaidschans. Auch die kleineren Projekte Transadria-Pipeline (TAP) und Interkonnektor Türkei-Griechenland-Italien (ITGI) möchten Gas über die Türkei nach Europa bringen und so die Abhängigkeit von Russland verringern. Die EU regte nun Kooperationen an, um den Einfluss Europas in der Region zu stärken. TAP und ITGI würden bestehende Leitungen in der Türkei nutzen, während Nabucco eine leistungsfähigere (31 Mrd. Kubikmeter pro Jahr) Pipeline neu bauen will.

Kommissionspräsident José Barroso und Energiekommissar Günther Oettinger haben bei ihrer Reise Mitte Jänner dieses Jahres nach Turkmenistan und Aserbaidschan von beiden Ländern die mündliche Zusicherung erhalten, dass die gesamte Kapazität mit Gas aus den zwei Ländern ausgenutzt werden wird. Weil aber noch keine Verträge unterzeichnet sind, scheint Oettinger durch Kooperationen größeren Einfluss und damit höhere Sicherheit für die europäische Gasversorgung erreichen zu wollen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.02.2011)