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Weiberrede Widerrede: Her mit dem Quotenmann?!

N
a also! In Oberösterreich wird gehandelt: Weil der Anteil des männlichen Lehrpersonals in Volksschulen auf 10 Prozent gesunken ist und in Hauptschulen auch nur bei 30 Prozent liegt, sollen Männer auf der Warteliste bevorzugt werden: Die angehenden Lehrerinnen, ist der Landesschulrat überzeugt, werden diese Maßnahme schon verstehen (so, wie wir Frauen ja angeblich alles verstehen): Buben und Burschen brauchen halt Identifikationsfiguren.

Nach dem Motto: Sind zuhause von Weibern umgeben, werden im Kindergarten von Weibern begluckt, sollen wenigstens in der Volksschule die "männliche" Art kennen lernen, wobei ich nicht so recht weiß, was die "männliche" Art überhaupt ist und ob das den Buben wirklich was bringen würde und was das für die Mädchen bedeutet. Die sind ja auch noch da.

Aber egal. Ich will mich hier nicht einkrampfen, vielleicht stimmt es ja, das mit dem "männlichen Vorbild", und außerdem möchte ich auf etwas ganz anderes hinaus, nämlich auf die Aussage der oberösterreichischen Gleichbehandlungsanwältin: Die meinte nämlich, die Vorreihung der männlichen Lehrer sei durchaus im Sinne des Gesetzes, immerhin gehe es darum, die "Diskriminierung aufgrund des Geschlechtes hintan zu halten". Und ob eine Frau diskriminiert wird oder ein Mann sei schließlich egal.

Das klingt nun ziemlich logisch, nur ist es mit der Logik so eine Sache: Man sollte sich da keine Denkfehler erlauben. In diesem Fall nimmt unsere Gleichbehandlungsanwältin an, dass die Männer diskriminiert werden.

Werden sie aber nicht!

Männer machen nicht deshalb einen Bogen um diesen Beruf, weil sie als Männer schlechtere Chancen haben oder gar, weil eine Lobby verbissener Kuschelpädagoginnen den Kerlen in diesem Beruf das Leben schwer macht. Männer werden keine Volksschullehrer, weil der Job zu wenig Renommee verspricht und zu schlecht bezahlt wird, wobei sie sogar recht haben. Was so ein Lehrer verdient, ist angesichts der Verantwortung, die er trägt, und dem Engagement, das er braucht, ein Skandal.

Ein Skandal also. Aber keine Diskriminierung. Glaube ich zumindest. Ob ich recht habe, wird sich spätestens dann herausstellen, wenn eine der nachgereihten Lehrerinnen Klage einreicht . . .

bettina.eibel-steiner@diepresse.com