Als Vorstand der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) dürfte Weiss zum Zug kommen. Die ÖVP war lange uneins. Nun laufen die Vertragsverhandlungen.
Wien. Der Job gilt nach gängiger Farbenlehre als schwarz. Der bisherige Amtsinhaber Christoph Stadlhuber diente etwa dem früheren ÖVP-Wirtschaftsminister Martin Bartenstein als Kabinettschef. Nach Stadlhubers überraschendem Abgang als Vorstand der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) – er wechselt zu René Benkos Signa Holding – musste der Posten nun neu ausgeschrieben werden. Zum Zug kommen dürfte Hans-Peter Weiss, Direktor der Esterházy-Betriebe im Burgenland und zuvor bei den Bundesforsten tätig.
Dem war ein schwarz-schwarzes Tauziehen vorangegangen. Unter anderem hatte sich auch Johannes Kasal, ein ÖVP-naher ÖBB-Manager, beworben. Und weiters ein früherer Mitarbeiter aus dem Kabinett Wilhelm Molterers.
Josef Pröll und die Raiffeisengruppe sollen sich für Weiss starkgemacht haben. Wirtschaftsminister Mitterlehner, der in dieser Personalfrage die Letztentscheidung hat, soll anfangs von der Weiss-Variante nicht so angetan gewesen sein: Er soll einen echten Immobilienexperten statt eines Forstexperten präferiert haben. Doch nach dem Hearing schwenkte auch Mitterlehner auf Weiss ein.
Offiziell hatte das Personalberatungsunternehmen Egon Zehnder eine Shortlist der Bewerber erstellt, beim nachfolgenden Hearing soll Weiss am besten abgeschnitten haben. Ganz fix ist seine Bestellung aber noch nicht: Derzeit laufen die Vertrags- und Gehaltsverhandlungen mit ihm. Sollte es daran scheitern, könnte doch noch ein anderer Zug kommen.
Ausgeschrieben wurde auch der zweite Geschäftsführerposten in der BIG: Der bisherige Amtsinhaber Wolfgang Gleissner dürfte weiterverlängert werden.
Auch Molterer mischt mit
Interessanterweise soll sich auch Wilhelm Molterer für Weiss verwendet haben, sie kennen sich aus der Zeit, als der spätere Vizekanzler noch Landwirtschaftsminister war. Molterer hatte zuletzt intern immer wider beklagt, dass für ihn und seine Vertrauten bisher keine adäquaten Jobs gefunden worden seien. Josef Pröll dürfte sich das nun zu Herzen genommen haben: Diese Woche schlug er Molterer als Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB) vor.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.02.2011)