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VW-Aufsichtsratschef Piech wirbt weiter um Alfa Romeo

Alfa Romeo Giulietta Foto: Clemens Fabry
Alfa Romeo Giulietta(c) (Clemens Fabry)
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Piech geht davon aus, dass nach einer Übernahme von Alfa Romeo der Verkauf auf 400.000 Autos der Marke gesteigert werden könnte.

Der mächtige VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech wirbt trotz des Widerstands der italienischen Mutter Fiat weiter um deren Tochter Alfa Romeo. "Volkswagen hat Zeit", sagte Piech am Vorabend des Automobilsalons in Genf auf eine entsprechende Frage. Er stellte Berechnungen an, in welchem Zeitraum Volkswagen Alfa Romeo theoretisch zu alter Stärke zurückführen könne: Binnen fünf Jahren würde Europas größter Autokonzern den Absatz der italienischen Nobelmarke auf knapp 400.000 Einheiten verdoppeln können.

Wie er das anstellen würde, verriet Piech am Montag nicht. Sonst könnte Fiat-Chef Sergio Marchionne dies ja selbst machen, fügte er schmunzelnd hinzu. Marchionne hat VW in Sachen Alfa Romeo wiederholt eine Abfuhr erteilt. Bei der US-Automesse zu Jahresanfang in Detroit ging der Fiat-Chef sogar zum Gegenangriff über und bot Volkswagen an, die Lkw-Beteiligungen an Scania und MAN abzukaufen. Die Fiat-Industriesparte mit dem Lkw-Bauer Iveco wäre interessiert.

Volkswagen will auch MAN und Scania

Volkswagen bemüht sich seit Jahren um eine Allianz von MAN und Scania, an denen der Wolfsburger Konzern maßgeblich beteiligt ist, kommt bei dem Vorhaben aber nicht voran. Branchenexperten halten es deshalb für möglich, dass VW seine Beteiligung an MAN erhöhen könnte. Darauf angesprochen, machte Piech deutlich, dass er dies nicht plane. VW werde sich weiter um eine engere Zusammenarbeit von MAN und Scania bemühen und zugleich deren Eigenständigkeit nicht antasten, gab er zu verstehen.

Der Porsche-Enkel sagte, die Zukunft von Alfa Romeo werde auch vom Erfolg Fiats abhängen, die US-Marke Chrysler zu sanieren. Fiat ist an Chrysler beteiligt und Marchionne führt beide Unternehmen zugleich. "An der Front entscheidet sich das", sagte Piech.

Piech will 13 Marken

Der bald 74-jährige VW-Aufsichtsratschef hat bereits mehrfach den Wunsch geäußert, Alfa als 13. Marke in das Wolfsburger Imperium zu holen. Volkswagen verfügt mit VW, Audi, Skoda, Seat, Bentley, Lamborghini, Bugatti, der VW-Transportersparte und Scania über neun Marken. Zudem besitzt der Konzern den Sportwagenhersteller Porsche zur Hälfte und ist maßgeblich am japanischen Kleinwagenspezialisten Suzuki sowie dem Münchner Lkw-Produzenten MAN beteiligt.