Schnellauswahl

Chinas Bankenaufseher beklagen lockere Kreditvergabe

Chinas Bankenaufseher beklagen lockere
(c) REUTERS (� Jason Lee / Reuters)
  • Drucken

Die oberste chinesiche Bankenaufsicht sieht die von den Banken gewährten Kredite in den Jahren 2009 und 2010 als zu hoch und warnt vor der Blase.

Chinas oberster Bankenaufseher Liu Mingkang hat die Geldhäuser Experten zufolge wegen ihrer lockeren Kreditvergabe verwarnt. Die Banken hätten in den vergangenen beiden Jahren die von der Aufsicht gesetzte Obergrenze verletzt, sagte Liu auf einer internen Konferenz der Bankenaufseher, die bereits Mitte Jänner stattgefunden hat. "Der Kreditumfang hat sich unglaublich schnell erhöht, sogar verdoppelt", sagte ein Teilnehmer. 2009 und 2010 seien demnach neue Darlehen von umgerechnet knapp zwei Billionen Euro vergeben worden.

Im Jänner lag der Gesamtsaldo der ausgegebenen Kredite bei gerade einer Billion Yuan (etwa 105 Milliarden Euro), obwohl die Banken bereits Mitte des Monats eine Neuvergabe von 1,2 Billion Yuan gemeldet hatten. Viele ältere Darlehen wurden zurückgezahlt. Die Schärfe der von MingKang ausgesprochenen Warnung scheint ihr Ziel also nicht verfehlt zu haben. Die Februar-Zahlen werden zeigen, ob der Rückgang anhalten wird.

Die Regierung hatte die Banken auf dem Höhepunkt der Finanzkrise zu einer lockeren Kreditvergabe ermutigt, um die Wirtschaft in Schwung zu halten. Das viele Geld trägt nun aber zu den stark steigenden Preisen für Immobilien bei. Platzt die Preisblase, drohen den Banken enorme Abschreibungen.

Erst kürzlich hat die chinesische Zentralbank im Kampf gegen die Inflation ernst gemacht und die Leitzinsen weiter erhöht, um Liquidität aus dem Markt zu nehmen. Der Leitzins für Einlagen liegt nunmehr bei drei Prozent im Jahr, für Kredite gelten 6,06 Prozent. Schneller als andere Länder hatte China die globale Finanzkrise überstanden und 2010 ein Wachstum von 10,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erreicht.

.

 

 

 

(APA/Ag.)