Frauenquote: EU-Kommission erhöht Druck auf Firmen

Frauenquote: EU-Kommission macht Druck
Frauenquote: EU-Kommission macht Druck(c) dapd (Nigel Treblin)
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Die Vize-Präsidentin Reding gibt der Selbstregulierung eine Frist von zwölf Monaten. Andernfalls sind gesetzliche Quoten sehr wahrscheinlich.

Die EU erhöht den Druck auf Firmen, mehr Frauen den Weg in die Chefetagen zu ebnen. Viviane Reding, Vize-Kommissionspräsidentin in der EU,  sprach mit europäischen Führungskräften über ihre Strategien zur Gleichberechtigung, wie die Kommission mitteilte. Sollten in einem Jahr nicht genügend Fortschritte feststellbar sein, schließt Reding demnach gesetzliche Quoten nicht aus.

EU-Kommission stellt Rute ins Fenster

"In den kommenden zwölf Monaten gebe ich der Selbstregulierung eine letzte Chance", erklärte Reding, die als EU-Justizkommissarin auch für Gleichstellungsfragen in Europa zuständig ist. Die börsennotierten Unternehmen sollten sich selbst dazu verpflichten, den Frauenanteil in den Vorständen bis 2015 auf 30 Prozent und bis 2020 auf 40 Prozent zu steigern. Zum Internationalen Frauentag am 8. März 2012 werde die Kommission prüfen, ob es Fortschritte in diese Richtung gegeben habe. "Wenn es nicht passiert, können Sie auf meine regulatorische Kreativität setzen", erklärte Reding.  An dem Gespräch mit Chefs europäischer Großunternehmen aus zehn EU-Staaten nahmen aus Österreich als Vertreter der Strabag Alfred Gusenbauer und von Post, OMV und Telekom Austria Peter Michaelis teil.

Nur zwölf Prozent Frauen in Top-Positionen

In Europas größten Unternehmen sind nur zwölf Prozent der Mitglieder der "höchsten Führungsgremien" Frauen, 88 Prozent aber Männer. Frauen verdienen EU-weit durchschnittlich 17,5 Prozent weniger als Männer, der Lohnunterschied habe sich in den letzten Jahren nicht verringert. Das Ungleichgewicht schade den Firmen, erklärte die Kommission.

Unternehmen mit weiblichen Vorständen "erzielen höhere Betriebsergebnisse, sind attraktivere Arbeitgeber für junge Talente und haben ein besseres Kundenverständnis". Studien wiesen auf Zusammenhänge zwischen Geschlechtergleichgewicht und Spitzenleistungen bei Kreativität und Innovation, aber auch auf Feldern wie Rechnungslegung und Innenrevision hin.

(APA/Ag.)

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