Die zehn größten Hedgefonds verdienten im zweiten Halbjahr 2010 insgesamt 28 Milliarden Dollar.
Die Banken sind nicht länger die unangefochtenen Könige der Finanzwelt: Mit nur wenigen hundert Mitarbeitern erzielen die umstrittenen Hedgefonds gigantische Gewinne und lassen dabei die Hunderttausende Menschen zählenden Apparate der Großbanken nicht selten alt aussehen.
Im zweiten Halbjahr 2010 haben die zehn größten Hedgefonds insgesamt 28 Milliarden Dollar (20,3 Milliarden Euro) verdient, rechnete der Investor LCH aus. Das sei mehr als die renommierten Finanzkonzerne Goldman Sachs, JPMorgan Chase, Citigroup, Morgan Stanley, Barclays und HSBC zusammen erwirtschafteten. Die Banken kamen demnach zusammen auf 26 Milliarden Dollar.
"Investmenbanken auf Speed"
Die "Financial Times" veröffentlichte die Aufstellung am Mittwoch und ließ sich zu dem Urteil hinreißen: "Für die Welt da draußen sehen Hedgefonds oft wie Investmentbanken auf Speed aus: mit viel größeren Boni, viel größeren Risiken und viel größeren Gewinnen." Seit ihrem Entstehen ab den 1970er Jahren hat die zumeist aus den USA stammende Hedgefonds-Elite insgesamt 182 Milliarden Dollar verdient.
Der Star unter den Hedgefonds ist momentan Paulson & Co. Mit etwa 120 Mitarbeitern hat der Spekulant den Daten zufolge 5,8 Milliarden Dollar im Halbjahr für seine Anleger herausgeschlagen und damit die Wall-Street-Geldmaschine Goldman Sachs in den Schatten gestellt. Die zuletzt 35700 gut verdienenden Banker erzielten im gleichen Zeitraum unterm Strich einen Gewinn von 3,9 Milliarden Dollar.
Hedgefonds weniger reglementiert
Hedgefonds haben den Vorteil, dass sie weniger scharf reglementiert werden als Banken. Sie wetten auf steigende und fallende Kurse, auf Aktien, Währungen, Rohstoffe oder Immobilien und nutzen dafür teils obskure Finanzvehikel. Den Banken sind diese Möglichkeiten nach den Erfahrungen der Finanzkrise vielfach versperrt. Die USA haben die Geldhäuser bei ihrem sogenannten Eigenhandel stark eingeschränkt.
(APA)