Randerscheinung: Wo? Im Zoo!

Das Baby führt mich nun an Orte zurück, an denen ich schon länger nicht mehr war. Zum Beispiel in den Zoo.

Das Baby führt mich nun an Orte zurück, an denen ich schon länger nicht mehr war. Zum Beispiel in den Zoo. Der Ältere bleibt mit dem Hinweis zu Hause, dass erst jüngst wieder zwei Tiere in Deutschland einen Pfleger aufgegessen hätten. Im Tiergarten selbst fällt zuallererst auf: Es sind hier viel mehr Menschen als Tiere. Im Februar, in dem viele Arten ihre Höhlen und Ställe nicht recht verlassen wollen (nur Pinguine, Robben und Eisbären sind in ihrem Element), wird dieses Missverhältnis noch augenfälliger. Im Panda-Haus geht es zu wie in der U-Bahn zur Rushhour, dafür wird man mit dem Viertelrücken eines Bambusbären belohnt. Das Baby schaut derweil interessiert den Dackel eines Besuchers an. Ruhiger ist es in der Unterkunft der Giraffen, in der die schlechte Luft für Exklusivität sorgt (man sollte künftig „stinkt wie eine Giraffe“ etablieren und die armen Schweine in Ruhe lassen). Das erstaunte Gesicht des Jüngsten (er starrt minutenlang mit offenem Mund das nur einen Meter entfernte Halswesen an) entschädigt für die Staublunge. In dieser Situation entdeckt man auch als Erwachsener das Wunderbare an dieser Einrichtung: Man glaubt, alles schon zu kennen, wenn aber eine Giraffe leibhaftig vor einem steht, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Den Weg ins abgelegene Elefantenhaus nütze ich, um mit mittleren Fauna-Basics durchzugehen: Die Frau vom Löwen ist nicht der Tiger, und der Mann vom Reh nicht der Hirsch, dessen Frau wiederum heißt Hirschkuh, ist aber mitnichten ein Mischwesen mit Euter und Geweih (als bei Harry Potter neben dem Pferdevogel Hippogreif von der Hirschkuh die Rede war, hat das Kind in seinem Kopf natürlich ein solches Fabelwesen daraus gemacht). Das Gespräch wird von einem lauten Brüllen des Löwen jäh unterbrochen. Hoffentlich hat der Pfleger das Käfigtürl ordentlich zugemacht.

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