Im Zuge der erstaunlich wütend geführten Diskussionen rund um die jüngste Wiener „Figaro“-Premiere hat auch Anna Bonitatibus, die als Cherubin debütierte, herbe Kritik einstecken müssen.
Im Zuge der erstaunlich wütend geführten Diskussionen rund um die jüngste Wiener „Figaro“-Premiere hat auch Anna Bonitatibus, die als Cherubin debütierte, herbe Kritik einstecken müssen. Offenbar wollte diesmal niemand wirklich aufmerksam zuhören. Gelegenheit, dieses in Sachen Vokalkultur nachzuholen, gibt diese hörenswerte CD-Novität. Die Mezzosopranistin singt Arietten und Lieder von Rossini, kleine, aber inhaltsreiche Piecen. Das Timbre der Bonitatibus ist ganz speziell und unverwechselbar, auch die Technik, etwa der Einsatz des Vibratos. Das mag Geschmackssache sein. Die ausdrucksvolle Differenzierungskunst ist es nicht, ist vielmehr aller Ehren wert. Da singt jemand mit Witz, Verstand und enormer Modulationsfähigkeit. Das ist eine Kunst der leisen Töne, gewiss, man kann sie in großen Häusern vielleicht überhören. Eine Stilistin ist da am Werk, von Marco Marzocchi, einem Pianisten mit Geschmack, entsprechend subtil begleitet.
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„Rossini Rendezvous“, Anna Bonitatibus. (RCA)