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Corporate Art: Wenn 1000 Kraniche fliegen

Kraniche
archipicture/Tollerian
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Wenn sich Unternehmen dem Thema Kunst oder Kunst am Bau widmen, geht es dabei um den Mitarbeiter, den Kunden, aber auch sum das eigene Image.

Welche Funktion erfüllt Kunst in Unternehmen? Oder speziell im öffentlichen Raum? Wen spricht sie an? Wen erreicht sie? Das sind Fragen, denen die aktuelle Ausstellung in Linz „Unscharfe Grenzen. Annäherungen zwischen Kunst und Bau, Beispiel Oberösterreich“ nachgeht, sie läuft noch bis 19. März im afo Architekturforum Oberösterreich. Man will damit aufzeigen, dass Kunst und Architektur „kommunizierende Gefäße“ sein können, die zueinander in Wechselwirkung stehen und nicht nur separate Welten darstellen.

 

Für Reichtum, Glück, Gesundheit


„Corporate Image“ heißt eines der elf Themenfelder der Ausstellung. Zu den Strategien, die das Image eines Unternehmens beeinflussen, zähle auch ein aussagekräftiges Gebäude oder ein identitätsstiftendes Kunstwerk, „das das Gesicht des Unternehmens definiert“, heißt es im Ausstellungskommentar. Diesem Themenkreis widmet sich eines der vier vorgestellten Projekte im Lichthof der Volkskreditbank in Linz: Ein Wandrelief von Katharina Lackner und Gregor Graf zeigt 1000 kleine Edelstahlkranichen, die wie ein Schwarm über eine Wand fliegen. Warum? Eine japanische Legende besagt, dass man mit genau 1000 gefalteten Exemplaren Reichtum, Glück und Gesundheit erlange.

Auch Unternehmen aus der Baubranche und dem Immobiliensektor wie beispielsweise der Buwog, der Strabag oder Aucon ist Kunst ein Anliegen. Gerhard Schuster, Geschäftsführer der Buwog, erklärt das Engagement seines Unternehmens: „Kunstprojekte sollen unsere Wohnbauten aufwerten. Die Kunden – Käufer oder Mieter – sollen dadurch einen ,Mehrwert‘ erkennen und honorieren.“ Schließlich habe der Wohnwert auch immaterielle und zum Teil recht subjektive Komponenten wie etwa ästhetische und gestalterische Aspekte oder Faktoren, die ein Wohlgefühl bestimmen wie Unverwechselbarkeit, Individualität oder Exklusivität.
Daher werden im Wohnkomplex Heller-Park in Wien Favoriten einige gezielte künstlerische Akzente gesetzt, unter anderem ist eine Lichtinstallation geplant. Auch an der Buwog-Fassade am Hietzinger Kai soll im Frühjahr wieder ein neues Kunstprojekt präsentiert werden.

 

Mitarbeiter einbeziehen


Die Strabag wiederum hat ein eigenes Kunstforum, das verschiedene Formen der Kunstsammlung und Förderung umfasst. Etwa einen Preis, einen Ausstellungsraum im Wiener Unternehmensgebäude, eine Kunst- und Eventhalle mit einer Dauerpräsentation der Skultpuren des Kärntner Künstlers Bruno Gironcoli sowie Ateliers mit Wohn- und Arbeitsmöglichkeit.
Die Sammlung der Strabag wurde in den 1980er-Jahren begonnen und wird heute in rund 50 Verwaltungszentralen des Konzerns präsentiert. Hier will man gezielt auch die Mitarbeiter ansprechen. Wilhelm Weiß, Direktor des Strabag-Kunstforums: „Wir sind der Überzeugung, dass Kunst und Kultur in das tägliche Umfeld der Menschen gehören. Und durch die permanente Kunstpräsentation wird das Identifikationsgefühl der Mitarbeiter mit dem Konzern verstärkt.“ Er spricht aber auch die „selbstbewusste Darstellung des wirtschaftlichen Erfolges“ des Unternehmens an.

 

Werke für Hotels


Grundsätzlich als Immobilienentwickler und Investor ist die Aucon Real Estate Group tätig, bietet aber mit dem Tochterunternehmen Kunstwerk auch einen „Kreativbereich für Raumlösungen“ an, in dem bildende Kunst verkauft und auch nach Auftrag von jungen Künstlern produziert wird. Die Perspektive ist hier freilich eine andere als bei einem Unternehmen, das Kunst sammelt.

 

GEORG HOCHMUTH

 

„Die Kunden für diese Nische stammen großteils aus dem gewerblichen Bereich, vor allem aus der internationalen Hotellerie“, führt Friedrich Csörgits, Geschäftsführer von Aucon aus. Zu den Kunden zählen beispielsweise das Intercontinental Warschau oder das Marriott Bukarest.
Eine international renommierte Künstlerin holte sich das im Dezember eröffnete Hotel Sofitel in Wien im Jean-Nouvel-Tower an Bord: Pipilotti Rist gestaltete im Restaurant im 18. Stock vier Lichtdecken.

Nicht nur Hotels oder die Baubranche engagieren sich – Kunstförderung haben sich auch Banken wie die Erste, die Bank Austria, weiters Versicherungen wie die Generali oder Energieunternehmen wie die EVN oder die Energie AG auf die Fahne geschrieben.