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Lucas Vater: Wohlfahrt will Obsorge für zweite Tochter

Archivbild: Lucas Vater bei einer Protestaktion am Rande des Prozesses in Korneuburg.
(c) Herbert Pfarrhofer
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Vergangene Woche wurde dem Mann bereits eine Tochter abgenommen, nun beantragt die Jugendwohlfahrt auch die Obsorge für ein zweites Mädchen.

Die Tiroler Jugendwohlfahrt bereits vergangene Woche dem Vater des 2007 gestorbenen Luca und Obmann des Luca-Kinderschutzverein die jüngere Tochter abgenommen. Am Montag hat die Behörde nun für die zweite Tochter den Entzug der Obsorge beantragt.

"Über diesen Antrag muss jetzt das Bezirksgericht Kufstein entscheiden", bestätigte der Kufsteiner Bezirkshauptmann Christian Bidner einen entsprechenden Bericht von ORF Radio Tirol.

"Dringender Verdacht auf Gefährdung"

Bei der jüngeren, siebenjährigen Tochter des Vaters habe der "dringende Verdacht auf eine Gefährdungssituation bestanden, die es erforderlich machte, einzuschreiten". Über diese "Gefahr-in-Verzug-Maßnahme" habe auch das Bezirksgericht Kufstein zu entscheiden, erklärte nun Bezirkshauptmann Bidner.

Zudem habe die Bezirkshauptmannschaft am Montag die Sachverhaltsdarstellung an die zuständige Innsbrucker Staatsanwaltschaft übermittelt.

Vater verteidigt sich erneut

Lucas Vater kritisierte erneut das Vorgehen der Jugendwohlfahrt: "Es geht darum, einen Kritiker mundtot zu machen". Die Anzeige stamme von einer Ex-Freundin und entbehre jeglicher Grundlage.

Der Obmann des Kinderschutzvereins kündigte an, "mit allen rechtlichen Mitteln dagegen vorgehen zu wollen". Die ältere Tochter werde er vorerst in die einstweilige Obsorge der leiblichen Mutter übergeben. Damit wolle er das Mädchen aus der Schusslinie nehmen.

Der Fall Luca

Der 17 Monate alte Luca war am 3. November 2007 in einem Wiener Spital gestorben, in das er zwei Tage zuvor bewusstlos und mit schweren Verletzungen - laut Gutachten Folge eines durch Analverkehr hervorgerufenen Schütteltraumas - eingeliefert worden war.

Beschuldigt wurde der Lebensgefährte der Kindesmutter, der im September 2008 am Landesgericht Korneuburg wegen schweren sexuellen Missbrauchs mit Todesfolge zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.

Lucas leiblicher Vater, ein Tiroler, hat im Zusammenhang mit dem Fall wiederholt die Behörden öffentlich kritisiert.

(APA)