Madoff-Opfer dürfen auf ersten Scheck hoffen

Madoff
Madoff(c) REUTERS (Shannon Stapleton)
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Der Vertreter der Geschädigten, Irving Picard, hat fast 10 Milliarden Dollar für die Opfer des Betrügers Bernard Madoff gesichert.

Die Opfer des Milliardenbetrügers Bernard Madoff können sich Hoffnung auf ein Happy End machen. Bis zum Jahresende will der Vertreter der Geschädigten, Irving Picard, zumindest einen Teil des Geldes auszahlen, das er in den vergangenen Monaten bei Banken und anderen Nutznießern des Schneeballsystems eingeklagt hat. Das kündigten Picard und sein Chefjurist David Sheehan an.

Picard hat den Opfern bis dato insgesamt fast 10 Milliarden Dollar (7 Milliarden Euro) gesichert. Das ist die Hälfte des geschätzten tatsächlichen Schadens. Das Gros der eingesammelten Summe stammt aus einem Vergleich mit den Erben des verstorbenen Milliardärs Jeffry Picower. Dieser hatte nach Ansicht von Picard über Jahrzehnte massiv von den Madoff-Machenschaften profitiert und davon sogar gewusst.

Vergleich noch nicht sicher

Allerdings ist der Vergleich noch nicht in trockenen Tüchern. Deshalb will Picard bei der Entschädigung der Opfer vorerst nur auf rechtlich unbedenkliche 2,6 Milliarden Dollar zurückgreifen. Auch dazu bedarf es allerdings der Zustimmung eines Richters. Eine Anhörung ist für April geplant. "Wir würden das Geld gerne so schnell wie möglich verteilen", sagte Picard.

Der Treuhänder hat nach eigenen Angaben weltweit mehr als 1000 Klagen mit Gesamtforderungen von 100 Milliarden Dollar angestrengt. Zu den Beklagten gehören eine ganze Reihe von Großbanken, die mit Madoff Geschäfte machten und nach Ansicht von Picard in vielen Fällen vom Betrug wussten oder hätten wissen müssen. Besonders in der Kritik steht der US-Branchenprimus JPMorgan Chase, von dem Picard alleine 6,4 Milliarden Dollar verlangt.

Größter Betrug der Finanzgeschichte

Madoff hatte Anleger mit Traumrenditen gelockt. Die vermeintlichen Profite zahlte er mit dem Geld neuer Kunden. Es war der größte Betrugsfall der Finanzgeschichte. Der 72-Jährige wurde im Juni 2009 zu 150 Jahren Haft verurteilt. Einer seiner zwei Söhne konnte die Erniedrigung nicht mehr ertragen und erhängte sich im Dezember - genau zum Jahrestag, an dem der Betrug 2008 aufgeflogen war.

(APA)

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