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Warnung vor Zinserhöhungen: 'Anleihen werden getötet'

In this Feb. 1, 2011 photo, traders gather at a post on the floor of the New York Stock Exchange. (AP
(c) AP (Richard Drew)
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Ökonomen warnen vor einer zeitgleichen Zinsanhebung der Notenbanken der Schwellenländer und der US-Zentralbank Fed.

Der Chefökonom von JP Morgan Chase warnt vor einem Ausverkauf an den internationalen Anleihemärkten. Bruce Kasman erwartet eine Situation "in der Dimension von 1994", berichtet "Financial Times Deutschland" (FTD) in Bezugnahme auf die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg. Seine Begründung: Die Schwellenländer würden ihre Leitzinsen vermutlich genau dann erhöhen müssen, wenn auch die US-Notenbank die Zinsen wieder hochschraube.

Noch seien die Zentralbanken der Schwellenländer unwillig, die Zinsen rasch zu erhöhen. Dadurch drohe aber die Inflation angefeuert zu werden. Am Ende könnte dann eine gleichzeitige Zinserhöhung der Notenbanken stehen. Damit droht ein ähnliches Szenario wie 1994, als die US-Notenbank den Leitzins nahezu verdoppelte.

"Zentralbanken werden sich Aufholjagd liefern"

"Es ist ein Rezept für eine gestörte Dynamik in den Märkten, wenn Anpassungen bei der Zinspolitik in synchronisierter Weise erfolgen", zitiert die Zeitung Kasman. Er sieht einen Zeitraum von zwölf bis 36 Monaten für eine derartige Entwicklung. "Anleihen werden getötet", warnt Kasman.

Auch Piero Ghezi von Barclays Capital befürchtet eine solche Entwicklung. "Synchrone Zinsanhebungen sind immer schlecht für das globale Wachstum und die Märkte", sagt der Ökonom, der vor einer Behinderung der weltweiten Konjunkturerholung warnt. "Ich befürchte, dass sich die Zentralbanken eine Aufholjagd liefern werden", zitiert ihn "FTD".

Pimco trennt sich von US-Staatsanleihen

Der weltweit größte Anleiheninvestor Pimco hat sich indes erstmals in seiner Geschichte von sämtlichen US-Staatsanleihen getrennt, wie "DiePresse.com" berichtet. Noch im November 2010 hatte der Anteil von US-Staatsanleihen im Total Return Fund von Pimco, dem weltweit wichtigsten Anleihenfonds seiner Art, 30 Prozent betragen.

Der Anleiheninvestor fürchtet einem FTD-Bericht zufolge einen Kursverfall, sobald die US-Notenbank Fed Ende Juni aufhört, den Markt über Käufe von US-Staatsanleihen zu stützen. Bis Juni werden Papiere im Wert von 600 Milliarden Dollar gekauft.

(Red.)