Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Was noch so alles im Koran steht „Erschlaget die Götzendiener...“

In seinem Leserbrief vom 4. März stellt Tarafa Baghajati die interessante These auf, die Behauptung sei ein Irrtum, dass die Heilige Schrift des Islam die Aggression gegen Anders- und Ungläubige propagiere.

In seinem Leserbrief vom 4. März stellt Tarafa Baghajati die interessante These auf, die Behauptung sei ein Irrtum, dass die Heilige Schrift des Islam die Aggression gegen Anders- und Ungläubige propagiere. Er schreibt weiter: „,Kein Zwang in der Religion‘ und Akzeptanz der religiösen Vielfalt sind Bestandteile des Islam und vielfach im Koran belegt.“

Dies ist eine geradezu abenteuerliche Unwahrheit, wie jeder erkennen wird, der im Koran liest. Deshalb hier nur einige wenige Suren – alle einschlägigen zu zitieren würde die ganze Seite füllen.

Sure 9-5: „Sind aber die heiligen Monate verflossen, so erschlaget die Götzendiener, wo ihr sie findet, und packet sie und belagert sie und lauert ihnen in jedem Hinterhalt auf.“ Sure 4-56: „Wer da Unsere Zeichen verleugnet, den werden Wir im Feuer brennen lassen. Sooft ihre Haut gar ist, geben Wir ihnen eine andere Haut, damit sie die Strafe schmecken.“

Sure 8-12: „In die Herzen der Ungläubigen werfe Ich Schrecken. So haut ein auf ihre Hälse und haut ihnen jeden Finger ab.“ Sure 22-19ff: „Für die Ungläubigen sind Kleider aus Feuer geschnitten, gegossen wird siedendes Wasser über ihre Häupter, das ihre Eingeweide und ihre Haut schmilzt, und eiserne Keulen sind für sie bestimmt.“ Wie gesagt, dies ist nur ein kleiner Teil der Freundlichkeiten, die der Koran für uns Ungläubige vorgesehen hat.

 

Hinterlist als Mittel

Natürlich kennt Herr Baghajati als „Obmann der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen“ all das. Wenn er es in Abrede stellt, dann nach dem alten islamischen Grundsatz der Taqiya, nach dem man gegenüber Ungläubigen zu jeder Lüge greifen darf, wie auch der oberste Geistliche des Iran, Ayatollah Khamenei, betont: „Täuschung, Hinterlist, Verschwörung, Betrug, Stehlen und Töten sind nichts als Mittel für die Sache Allahs!“

Um Missverständnisse zu vermeiden: Wir sollten sauber unterscheiden zwischen Muslimen, die ihrer Religion verpflichtet sind und friedlich unter uns leben, und Islamisten, die den Islam nicht nur als Religion, sondern als eine revolutionäre Ideologie ansehen und damit den Dschihad, den Heiligen Krieg verbinden, der sie zur Beherrschung der Welt führen soll. In der Sure 48-28 lesen wir: „Er ist es, der Seinen Gesandten geschickt hat mit der Führung und der Religion der Wahrheit, dass Er sie siegreich mache über jede andere Religion.“

Herr Baghajati weiß natürlich auch, dass nur die Gläubige sind, „welche an Allah und seinen Gesandten glauben“ (Sure 49-15),und er weiß natürlich auch, dass alle anderen, wie im Koran immer wieder betont wird, im Höllenfeuer umkommen sollen.

Die Frage stellt sich also: Was bezweckte Herr Baghajati mit seinen Taqiya-Thesen. Will er uns Sand in die Augen streuen über den wahren Islam? Es gibt jedenfalls keinen ehrlichen Grund, den totalitären Charakter des Koran zu beschönigen.

Professor Detlef Kleinert begann seine berufliche Laufbahn beim Bayerischen Fernsehen. Er war unter anderem Südosteuropa-Korrespondent der ARD in Wien.


E-Mails an: debatte@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.03.2011)