Mehr Arbeit für Lehrer? Koalition startet Gespräche

(c) Clemens Fabry
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SPÖ und ÖVP verhandeln ab Dienstag untereinander über das neue Lehrerdienstrecht. Die Gewerkschafter sollen erst bei den folgenden Gesprächen mitreden. Beobachter rechnen mit harten und langen Verhandlungen.

Wien/Pö/Chs. Nach monatelanger Verzögerung nimmt die Regierung heute, Dienstag, endlich das neue Lehrerdienstrecht in Angriff. Noch vor dem Ministerrat werden Unterrichtsministerin Claudia Schmied und Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (beide SPÖ) sowie Bildungssprecher Werner Amon und, stellvertretend für den Finanzminister, Staatssekretär Reinhold Lopatka (beide ÖVP) darüber debattieren, welche Gehälter Lehrer künftig beziehen sollen, was sie dafür leisten und welche Um- und Aufstiegsmöglichkeiten sie bekommen sollen.

Als akkordiert gelten Eckpfeiler wie höhere Einstiegsgehälter und eine flachere Gehaltskurve. Auch „kein Tabu“ sei – etwa nach deutschem Vorbild – eine höhere Lehrverpflichtung, so Schmieds Sprecher zur „Presse“. Sogar eine neuerliche Forderung Schmieds nach zwei Unterrichtsstunden mehr pro Woche sei nicht ausgeschlossen, „Von einem konkreten Vorschlag kann aber nicht die Rede sein.“ Amon hatte kürzlich „mehr Anwesenheit“ der Lehrer an den Schulen gefordert. Von der Lehrergewerkschaft kam umgehend Ablehnung. Die Gewerkschafter sollen erst bei den folgenden Gesprächen mitreden, Beobachter rechnen mit harten und langen Verhandlungen.

Bereits auf Schiene ist die neue Lehrerausbildung: Wie „Die Presse“ berichtete, sollen künftig alle Pädagogen (und damit auch KindergärtnerInnen) einen Masterabschluss machen. Der Umstieg zwischen den Schultypen soll mit einem Modulsystem erleichtert werden. Unklar ist, ob die Lehrerausbildung künftig an eigenen Fakultäten, zu denen sich pädagogische Hochschulen und Universitäten zusammenschließen, stattfindet, oder ob es eigene pädagogische Universitäten geben wird.
Alle Details zur neuen Lehrerausbildung auf: Lehrer.DiePresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.03.2011)

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