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Bayrisches AKW Isar 1 geht umgehend vom Netz

Bayern will AKW Isar I abschalten
Bayern will AKW Isar I abschalten(c) EPA (Armin weigel)
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"Das ist die richtige Konsequenz aus den apokalyptischen Ereignissen, die wir in Japan zur Zeit erleben", erklärt der bayerische Ministerpräsident Seehofer.

Nach den verheerenden Atomunfällen in Japan wird das umstrittene bayerische Kernkraftwerk Isar 1 umgehend abgeschaltet. Formal muss der Meiler zwar zunächst nur vorübergehend vom Netz - die Staatsregierung will ihn aber dauerhaft abgeschaltet lassen. "Wir wollen, dass es dabei auch bleibt", sagte der bayerische Umweltminister Markus Söder (CSU) am Dienstag.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die dauerhafte Abschaltung müsse aber der Bund klären, betonte er. Auf die dreimonatige Abschaltung der sieben ältesten deutschen Kraftwerke - dazu zählt Isar 1 - verständigte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag bei einem Treffen mit Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und weiteren Länder-Regierungschefs in Berlin. Österreichische Politiker begrüßten den Schritt.

Der Betreiberkonzern von Isar 1 und größte deutsche Energiekonzern E.ON teilte daraufhin mit, für die Dauer des von der Regierung angekündigten Moratoriums werde der Betrieb der Anlage unterbrochen. E.ON wolle eine "offene und kritische Bewertung" durch die zuständigen bayerischen Aufsichtsbehörden erleichtern, sagte Vorstandschef Johannes Teyssen in Düsseldorf. Isar 1 ist das älteste Kernkraftwerk, das E.ON in Deutschland betreibt.

Seehofer: "Die richtige Antwort gegeben"

Bayerns Ministerpräsident Seehofer sagte zu der Entscheidung: "Damit haben wir die richtigen Antworten gegeben auf die Zäsur, die durch Japan zweifelsohne entstanden ist." Besonders wichtig sei für ihn die Maximierung der Sicherheit, die Beschleunigung der Energiewende und die Internationalisierung der Sicherheitsdiskussion. Seehofer ergänzte, er schalte in Bayern den Atommeiler auch ohne bevorstehende Wahl ab. Das zeige, dass es in erster Linie um die Verantwortung nach den katastrophalen Ereignissen in Japan gehe.

Söder räumte am Dienstag einen unzureichenden Schutz des ältesten bayerischen Meilers gegen Flugzeugabstürze ein. "Isar 1 ist der einzige bayerische Reaktor, der gegen den Absturz eines großen Verkehrsflugzeuges nicht ausreichend gesichert ist", sagte er.

In der Region um den Meiler selbst wird die Abschaltung mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Während Atomkritiker erleichtert sind, machen sich Anrainer in den angrenzenden Gemeinden Gedanken über die etwa 700 Arbeitsplätze in den beiden Isar-Blöcken im Landkreis Landshut.

(Ag.)