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Gaddafi: "Bin von Europas Verrat geschockt"

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Gaddafi: "Bin von Europas Verrat geschockt"Symbolbild: Muammar Gaddafi im Interview (c) Reuters (Huseyin Dogan)
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Libyens Machthaber Gaddafi warnt vor "riesiger Flüchtlingswelle Richtung Europa". Sollte sich der Westen in Libyen wie im Irak einmischen, verbünde er sich mit der al-Qaida und "dann gibt es einen heiligen Krieg".

Der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi hat sich über den "Verrat" Europas geschockt erklärt. "Ich bin wirklich über das Verhalten meiner europäischen Freunde geschockt. Auf diese Weise haben sie ernsthaft eine Reihe von Abkommen über die Themen Sicherheit und wirtschaftliche Kooperation gefährdet, die in ihrem Interesse waren", sagte Gaddafi in einem  Interview mit der Mailänder Tageszeitung "Il Giornale".

"Mittelmeer wird Meer des Chaos"

Gaddafi fühle sich auch von dem italienischen Premierminister Silvio Berlusconi verraten, mit dem er eine gute Freundschaft und eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit aufgebaut hatte. "Ich weiß nicht, was ich Berlusconi sagen soll. Ich bin vollkommen schockiert und fühle mich verraten. Ich habe keinerlei Kontakte mehr weder zu Italien noch zu Berlusconi", sagte Gaddafi.

Der 69-Jährige warnte vor der Gefahr einer riesigen Flüchtlingswelle in Richtung Europa. "Wenn statt einer stabilen Regierung, die Sicherheit garantiert, Banden mit Verbindungen zu Osama bin Laden die Führung des Landes übernehmen, werden sich die Afrikaner in Massen in Richtung Europa in Bewegung setzen. Das Mittelmeer wird ein Meer des Chaos werden", betonte Gaddafi.

"Das Volk ist mit mir"

Der libysche Machthaber schloss jeglichen Dialog mit den Aufständischen aus. "Das Volk ist mit mir. Die Leute bitten uns, sie von diesen bewaffneten Banden zu befreien. Es ist unmöglich, mit Terroristen mit Beziehungen zu Osama bin Laden zu verhandeln. Sie selber glauben nicht an den Dialog. Sie denken nur an den Kampf und sie töten nur. Die Bevölkerung hat von diesen Menschen Angst, wir müssen sie befreien", sagte Gaddafi. Der von Rebellen gebildete Nationalrat in Bengasi stehe laut Gaddafi unter Kontrolle des internationalen Terrornetzwerks al-Qaida.


"Die Rebellen haben keine Hoffnungen mehr, ihr Kampf ist verloren. Sie können nur kapitulieren, oder flüchten. Diese Terroristen benutzen die Zivilisten als menschliche Schutzschilder"

Muammar Gaddafi



Er habe keine Absicht, sein Land zu verlassen. Er habe nichts mit dem tunesischen Präsidenten Zine el-Abidine Ben Ali und mit dem ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak gemeinsam, die geflüchtet seien. "Ich bin anders als sie. Die Leute sind auf meiner Seite und geben mir Kraft. Ich habe keine Angst", so Gaddafi.

Einen Tod wie jener des irakischen Machthabers Saddam Hussein befürchte er nicht. "Wir führen einen Krieg gegen al-Qaida. Wenn die westlichen Länder sich aber mit uns wie mit dem Irak verhalten sollten, würde Libyen die internationale Allianz gegen den Terrorismus verlassen. Dann verbünden wir uns mit al-Qaida und erklären den Heiligen Krieg", sagte Gaddafi.

 

(Ag.)