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Baha wird Alleinherrscher bei Superfund

Christian Baha
(c) AP (Lilli Strauss)
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Der bisherige Hälftepartner Christian Halper zieht sich aus dem Tagesgeschäft zurück. Seine Superfund-Anteile hat er an Baha verkauft.

Christian Baha, der Gründer der Investmentgesellschaft Superfund, hat die Übernahme sämtlicher Superfund-Anteile bekannt gegeben. Der bisherige Hälfteeigentümer Christian Halper zieht sich aus dem Tagesgeschäft zurück und hat seine Anteile bereits im Vorjahr an Baha verkauft, berichtet die Info-Illustrierte "News" in ihrer am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Das Volumen der Transaktion dürfte im dreistelligen Millionenbereich liegen.

 

Baha wird Superfund alleine "mit voller Konzentration auf das Kerngeschäft" führen und erklärt die Restrukturierung der Investmentgruppe "nach schwierigen Jahren" für abgeschlossen. Halper werde ihm aber weiterhin als Berater zur Seite stehen.

Der schlaue Kopf im Hintergrund

Während Baha immer das Gesicht nach außen war, machte der öffentlichkeitsscheue Halper - ein studierter Elektrotechniker - mit seinem computergesteuerten Trendfolger-Handelssystem den Erfolg von Superfund überhaupt erst möglich. Dazu erklärt Baha, zurückblickend auf die Anfangszeit, im Interview: "Ich hatte eine Broker-Firma gekauft und eine Software für Börsenkurse gesucht. Ein Banker hatte mir Christian Halper empfohlen". Halper sagt dazu: "Das Programm hatte ich für mich geschrieben, um Aktienkurse gratis über Teletext einzulesen. An einen Verkauf hatte ich nie gedacht".

An den Erfolg habe er immer geglaubt, meint Halper weiter. "Ich wusste Ende 1998, dass unser System funktioniert", sagt er. Es habe nur gedauert, das notwendige Kapital aufzutreiben.

Halper bleibt als "persönlicher Berater"

"Ich werde Christian Baha als persönlicher Berater unterstützen", erklärt Halper im Interview weiter. Zudem bleibe er nicht nur einer der größten Investoren bei Superfund, sondern habe kürzlich auch noch kräftig aufgestockt. Als ausschlaggebend für seinen Ausstieg aus dem Tagesgeschäft nannte Halper, dass er sich künftig philanthropischen Projekten widmen will. "Der Handelsansatz von Superfund ist systematisiert und funktioniert ohne meine Präsenz", sagt der Techniker. Er will zudem im Sommer in der Wiener Innenstadt ein vegetarisches Restaurant eröffnen.

Zuletzt machte Superfund vor allem durch ein umfassendes Sparpaket auf sich aufmerksam, das über 260 Mitarbeiter den Job kostete. Nur noch 220 Mitarbeiter sind mittlerweile bei Superfund beschäftigt. Der Vertrieb wurde geschrumpft, zehn von 25 Standorten wurden zugesperrt. 2009 fuhren die Fonds bis zu 50 Prozent Kursverluste ein. Baha spricht daher heute von einem "Killer-Jahr". "Es gab Rückschläge von teilweise über 50 Prozent. Aber wir haben viel dazugelernt. In den letzten zwei Monaten haben wir das Fondskapital um 50 Millionen Dollar gesteigert und liegen derzeit bei 1,25 Milliarden Dollar", sagt er. Die Kosten seien um mehr als die Hälfte gesunken, nun wolle man sich auf das Kerngeschäft konzentrieren.

(Red.)