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11.200 Flüchtlinge: Lage auf Lampedusa besorgniserregend

11200 Fluechtlinge Lage Lampedusa
(c) REUTERS (STEFANO RELLANDINI)

Seit Beginn der Unruhen in Tunesien haben 11.200 nordafrikanische Flüchtlinge die süditalienische Insel erreicht. Italiens Innenminister fürchtet, dass das nur der Anfang ist.

Die Zahl der Flüchtlinge auf Lampedusa ist heuer massiv angestiegen. Erreichten im Vorjahr etwa 4000 Menschen aus Nordafrika die süditalienische Insel, waren es heuer seit Beginn der Unruhen in Tunesien bereits 11.200 Flüchtlinge. "Ich fürchte, dass das nur der Anfang ist", berichtete der italienische Innenminister Roberto Maroni vor der italienischen Abgeordnetenkammer am Mittwoch.

"Aus Tunesien fahren die meisten Flüchtlinge in Richtung Italien ab, es gibt aber auch weitere Fronten, Libyen und Ägypten. Mit Außenminister Franco Frattini agieren wir an diesen drei Fronten, um den Migrantenstrom zu stoppen. Die Verhandlungen mit Tunesien, um die Migrantenabfahrten zu bremsen, haben bisher zu keinen relevanten Resultaten geführt. Ich bin aber zuversichtlich, dass es bald zu einer Lösung kommt", berichtete der Innenminister.

Seit Wochenbeginn sind etwa 1600 Migranten auf Lampedusa eingetroffen. Derzeit befinden ungefähr 2800 Flüchtlinge im Auffanglager, das eigentlich für maximal 800 Menschen errichtet wurde. Die Überbelastung auf Lampedusa sei besorgniserregend, so das Flüchtlingswerk UNHCR. "Es ist nicht mehr möglich, allen Migranten nachtsüber Unterkunft in einem geschlossenen Raum zu bieten", sagte die italienische UNHCR-Sprecher Laura Boldrini. 

Maroni will in Brüssel mit der EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström das Thema Migration besprechen. In den vergangenen Wochen hat die EU-Kommission die von Italien angeforderte "Hermes"-Mission der EU-Grenzschutzagentur "Frontex" für Patrouillen im Mittelmeerraum genehmigt.

(Ag.)