Randerscheinung: Problem mit dem Fasten

Die Fastenzeit macht mir auch heuer wieder schwer zu schaffen. Grundsätzlich finde ich Fasten eine prima Sache. Man verzichtet für ein paar Wochen bewusst auf Dinge, die einem lieb und teuer sind, und hat so die Chance draufzukommen, wie abhängig man von ihnen ist. Und ob man das gegebenenfalls ändern wollte. Das alte Problem: Wie fastet man im klassischen Sinne, wenn man aus den verschiedensten Unverträglichkeiten heraus grundsätzlich wenig isst (schon gar kein Fleisch), selten Alkohol trinkt, auch nicht raucht, Süßigkeiten jederzeit problemlos weglassen kann und auch nicht abnehmen will.

Klingt schrecklich, weiß ich, ist aber so. Es gibt freilich die alte Gegenteiltheorie (man tut 40 Tage lang einfach das, was man normalerweise nicht tut), aber vor Ostern noch zu rauchen anzufangen käme mir auch irgendwie komisch vor. Doch da naht Rettung aus Deutschland, dort hat eine evangelische Initiative vorgeschlagen, die Fastenzeit über auf Facebook zu verzichten. Gute Idee, grundsätzlich, mit einem klitzekleinen Haken: Ich bin nicht auf Facebook. Vielleicht gilt auch weniger fernsehen, aber wenn ich es mir recht überlege, komme ich seit dem Baby auch dazu nicht mehr. Ach ja, und Sport mach ich auch keinen mehr. Man könnte jetzt natürlich die Frage stellen, was jemand eigentlich den ganzen Tag so macht, der nicht isst, nicht trinkt, nicht raucht, nicht in sozialen Netzwerken oder vor dem Fernseher rumhängt, sich auch nicht mehr bewegt und nicht einmal fastet. Gute Frage! Er zermartert sich zum Beispiel stundenlang das Hirn, wie er trotz ungünstigster Ausgangslage trotzdem noch irgendwie
seinen Beitrag zur Fastenzeit leisten könnte. Vielleicht ist ja das die Lösung: Ich verzichte darauf. Bis Ostern müsste das doch durchzuhalten sein.

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