Der Sohn
Genauer: einer der beiden Söhne Johann Sebastian Bachs, denen in der Musikgeschichte vorwärtstreibender Status zukommt. Carl Philipp Emanuel Bach, der empfindsame, hat – wie sein galanter Bruder Johann Christian – Vorbildfunktion für die Klangwelt der Wiener Klassik.
Philipp Emanuels Cellokonzerte, die Truls Moerk mit den „Violons du Roy“ eingespielt hat, verraten die Grenzposition zwischen spätem Barock und der subjektivierten Klangsprache der Klassiker. Man vergleiche die Anfänge der Konzerte in A: Das Dur-Konzert hebt an wie ein barockes Concerto, in Moll, wiewohl früher komponiert, mit forschen Unisono-Gesten der Streicher, die beim frühen Haydn stehen könnten, die lyrisch-melancholische Antwort des Solisten stimmt ganz jenen verletzlichen Ton an, aus dem die folgende Komponistengeneration neuen Ausdruck schöpft. Moerk musiziert in jener Mischung von herzhafter Virtuosität und Expression, wie sie hier geboten ist.
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C.P.E. Bach: Cellokonzerte (Virgin Classics)