Sie tragen wesentlich zur Vielfalt einer Stadt bei und verdienen eine schönere Bezeichnung: Ethnolokale. Ein Fotoprojekt würdigt sie nun.
Ob Markus Bstieler im Zuge dieses Fotoprojekts an Gewicht zugelegt hat, wissen wir leider nicht. Eine ordentliche Menge Kalorien dürfte es aber gewesen sein, die der in Innsbruck lebende Fotograf da en passant mitgenommen hat. Bstieler fotografierte für das Projekt „Gast wird Gastwirt“, von der Stadt Wien unterstützt, Restaurants in der Hauptstadt, deren Betreiber Migrationshintergrund haben. Jedes Lokal besuchte Bstieler zwei- bis dreimal, unangemeldet. Machte sich dort zunächst ein Bild über das Essen, das Ambiente und brachte dann Gespräche in Gang: mit Stammgästen und solchen, die zum ersten Mal da waren, und mit den Betreibern. Ganz ohne Sprachschwierigkeiten ging es dabei nicht ab, bei einigen Gastwirten war es doch relativ schwierig, sagt Bstieler. Was aber weder den Genuss schmälerte noch schlussendlich wirklich ein Problem war: „Irgendwie konnte ich mein Projekt immer vermitteln, in jedem Lokal konnte irgendjemand aus dem Team gut Deutsch.“ Wichtig war Markus Bstieler, dass die Betreiber wirklich aus einem anderen Land stammen, sowohl Essen als auch Ambiente also authentisch sind.
Die Fotos werden nun auf Plakatwänden in Wien affichiert, also bewusst „nicht nur in Galerien, wo eh nur Menschen reingehen, die wenig Berührungsängste mit dem Fremden haben“, sondern auch in solchen Vierteln Wiens, in denen mehr Vorurteile zu vermuten sind – was freilich auch wieder ein Vorurteil ist, um genau zu sein.
Ab 16. 3. sind die Fotos hier zu sehen:
1010, Karlsplatz/Resselpark/ Wiedner Hauptstraße
1030, Erdbergstraße1-3
1070, Neubaugasse 73
1090, Votivkirche
1160, Ottakringer Straße 89, Ottakringer Brauerei
1190, Grinzinger Str./Muthg.
http://vielfaltstadteinfalt.wordpress.com
www.markusbstieler.at