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"Washington Post" suspendiert Pulitzer-Preisträgerin

Washington Post suspendiert PulitzerPreistraegerin
(c) AP (Gerald Herbert)

Plagiatsaffäre in der renommierten US-Zeitung: Pulitzer-Preisträgerin Sari Horwitz hat "beträchtliche" Teile einiger Artikel aus einer Lokalzeitung kopiert. Sie entschuldigte sich für diese "Todsünde des Journalismus".

Die renommierte US-Zeitung "Washington Post" hat eine preisgekrönte Journalistin für drei Monate suspendiert, weil sie bei einer anderen Zeitung ohne Angabe der Quelle abgeschrieben hat. Sari Horwitz habe bei ihren Berichten über das Attentat auf die US-Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords "beträchtliche" Teile aus zwei Artikeln der Lokalzeitung "Arizona Republic" übernommen, teilte die "Washington Post" in ihrer Donnerstagsausgabe mit. Die Redaktionsleitung entschuldigte sich bei ihren Lesern und der "Arizona Republic" für diesen "ernsten Fehltritt".

Horwitz arbeitet seit 1984 für die "Washington Post" und gewann 2002 gemeinsam mit einem Kollegen den Pulitzer-Preis, die prestigeträchtigste Auszeichnung im englischsprachigen Journalismus.

"Todsünde des Journalismus"

Die Reporterin entschuldigte sich für ihr Verhalten. "Unter dem Druck knapper Abgabefristen habe ich etwas gemacht, das ich in meiner gesamten Karriere nicht gemacht habe. Ich habe die Arbeit einer anderen Zeitung als meine eigene ausgegeben", erklärte sie. Dies sei eine der "Todsünden im Journalismus" und "nicht entschuldbar".

Bei dem Attentat auf Giffords im Jänner war die Abgeordnete schwer verwundet worden, sechs Menschen starben. Ein junger Mann hatte bei einer Veranstaltung der Politikerin in Tucson im Bundesstaat Arizona um sich geschossen.

 

(APA)